Einmal mehr hat St. Georgen den guten Ruf der Internationalen Radio- und Phonobörse erfolgreich verteidigt. So richtig wusste niemand von den Verantwortlichen, wie es werden würde nach dem zweijährigen, coronabedingten Stillstand.

Jürgen Weisser (rechts) hat die Seiten gewechselt: Nachdem er die Leitung im Arbeitskreis Deutsches Phonomuseum abgegeben hat, verkauft ...
Jürgen Weisser (rechts) hat die Seiten gewechselt: Nachdem er die Leitung im Arbeitskreis Deutsches Phonomuseum abgegeben hat, verkauft er selbst Zubehör- und Ersatzteile. Mit im Bild als Kunde Patrick Schneider. | Bild: Werner Mueller

Bürgermeister-Stellvertreter Hansjörg Staiger eröffnete die Börse. Der Trachtenverein St. Georgen hatte die Bewirtung der Gäste übernommen. Rund 220 Besucher haben sich in der Stadthalle eingefunden.

Wolfgang Göbel bietet hochpräzise Messinstrumente an.
Wolfgang Göbel bietet hochpräzise Messinstrumente an. | Bild: Werner Mueller

Mit der Neuauflage wurde zur 20. Börse eingeladen und zugleich gab es einen personellen Wechsel. Seit Beginn bis zum Stillstand infolge Corona hatte Jürgen Weisser sich erfolgreich eingebracht, unterstützt vom Arbeitskreis Phonomuseum St. Georgen.

Holger Christmann ist der Nachfolger von Jürgen Weisser im Arbeitskreis Deutsches Phonomuseum.
Holger Christmann ist der Nachfolger von Jürgen Weisser im Arbeitskreis Deutsches Phonomuseum. | Bild: Werner Mueller

Zum jetzigen Neustart fand in der Person von Holger Christmann aus Wiesbaden der personelle Wechsel statt. Eher auf einem Umweg kam Christmann zum Phonomuseum. Seine Begeisterung für die Phonotechnik begründet auch, dass er sich nun mit dem Arbeitskreis einarbeiten kann.

Für passionierte Sammler von Phonogeräten sind die Schachteln wahre Fundgruben.
Für passionierte Sammler von Phonogeräten sind die Schachteln wahre Fundgruben. | Bild: Werner Mueller

„Ich gehe montags ins Phonomuseum und treffe dort die Mitarbeiter aus dem Arbeitskreis. Dabei erhalte wichtiges Hintergrundwissen und so erklären sich mir die Zusammenhänge“, sagt Holger Christmann. In seinem Leben vor der Arbeitskreisleitung war Christmann Zahnarzt.

„Ich freue mich, dass ich wieder hier sein kann. Die familiäre Atmosphäre begeistert mich.“Wilfried Sator, Landau in der Pfalz
„Ich freue mich, dass ich wieder hier sein kann. Die familiäre Atmosphäre begeistert mich.“Wilfried Sator, Landau in der Pfalz | Bild: Werner Mueller

Mit Philippe Richard aus Straßburg wurde die Internationalität der Börse unterstrichen. Richard kommt schon viele Jahre nach St. Georgen, er sagt: „ich glaube, es gibt viele Fans für diese Geräte.“ Selbst hat er Schallplatten-Schneidegeräte im Angebot, eines aus dem Jahr 1938 von der Firma Telefunken.

„Ich habe schon Urlaube abgebrochen, um rechtzeitig zur Börse nach St. Georgen zu kommen.“Norbert Kotschenreuther, Passau
„Ich habe schon Urlaube abgebrochen, um rechtzeitig zur Börse nach St. Georgen zu kommen.“Norbert Kotschenreuther, Passau | Bild: Werner Mueller

Am Tisch der Dual-Freunde stand Eugen Hör. Sein Kommentar: „Es geht etwas.“ Hör ist ebenfalls eingefleischter Dualese und kommt gerne aus Schonach nach St. Georgen zur internationalen Radio- und Phonobörse.

Bei Wolfgang Göbel aus Brigach sind spezielle Messgeräte zur Prüfung der exakten Drehzahl des Plattentellers im Angebot. Mit Norbert Kotschenreuther aus Passau ist einer der langjährigen Stammgäste von Beginn an ebenfalls anwesend. Er sagt nach der Corona-Zeit: „Es ist ein schönes Erlebnis, die bekannten Gesichter wieder leibhaftig zu sehen.“