Es sieht eigenartig aus. Ein großer, orangener Container wird rückwarts in den „Roten Löwen“ geschoben. In ihm wird Material aus dem Innenbereich des historischen Gebäudes gesammelt. Er wird dorthin gefahren, wo die St. Georgener bis vor rund einem Jahr noch gegangen sind, um in einem Blumenladen einzukaufen.

Die Sperrung der Hermann-Papst-Straße dauert bis nach den Pfingstferien an.
Die Sperrung der Hermann-Papst-Straße dauert bis nach den Pfingstferien an. | Bild: Ganter, Patrick

Heute jedoch sind die Rückbauarbeiten im Inneren in vollem Gange, die noch bis Mitte Juni andauern werden. Der „Rote Löwen“, bis vor wenigen Jahren vor allem für die ausländischen Vereine der Stadt eine Anlaufstelle, wird umfassend saniert. In diesem Jahr ist davon äußerlich nicht allzu viel zu sehen. Bis auf die Einschränkungen, die mit der Maßnahme einhergehen. Unter anderem die teilweise Sperrung der Hermann-Papst-Straße. Diese ist von der innenstadtnahen Seite bis zur Einfahrt auf dem ebm-papst-Parkplatz gesperrt. „Die Einschränkungen in der Hermann-Papst-Straße werden wie angegeben bis nach den Pfingstferien andauern“, so Kathrin Frenz, in der Verwaltung unter anderem für das Stadtmarketing zuständig.

Löwen wird sozialer Treffpunkt

Für alle weiteren Schritte laufen derzeit die Planungen. „Die nächsten Arbeiten werden die Einreichung des Bauantrags und die Ausschreibung der ersten Arbeiten zum Ende des Jahres sein“, so Kathrin Frenz. Mit einer Entwurfsplanung und einer Kostenberechnung wolle man das Thema in der Juli-Sitzung im Gemeinderat besprechen. Nach diesem Grundsatzbeschluss könne dann der Bauantrag eingereicht werden. Zum Jahresende würden dann die ersten Ausschreibungen erfolgen.

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Die Stadt verfolgt das Ziel der Sanierung schon seit einigen Jahren. Für die Zeit danach soll der „Rote Löwen“ zum sozialen Treffpunkt werden. Alles, was die Stadt an sozialen Diensten anbietet, könnte man hier unterbringen. Ein Veranstaltungsraum unter dem Dach des Gebäudes, eventuell von außen einsehbar und durch Licht in Szene gesetzt, könnte zusätzlichen Reiz ausmachen.

Momentan läuft der Rückbau im Inneren des historischen Gebäudes.
Momentan läuft der Rückbau im Inneren des historischen Gebäudes. | Bild: Ganter, Patrick

Geschichte über viele Jahrhunderte

Das Gebäude des „Roten Löwen“ steht seit Jahrhunderten in St. Georgens Mitte. Es hat viele unterschiedliche Nutzungen erfahren.

  • Anfänge im 16. Jahrhundert: Der älteste Nachweis für den „Roten Löwen“ stammt aus dem Jahre 1548. Als sogenannte Klosterbannwirtschaft wird er in einer Urkunde erwähnt. Am 5. September 1572 beantragt der Wirt Hans Engelhör, einen Keller bauen zu dürfen. „Damit der Wein im Winter nicht gefriert und im Sommer nicht verdirbt“, heißt in dem Buch „Historischer Stadtführer St. Georgen“.
  • Ein Haus mit großen Privilegien: Später, bereits Ende des 17. Jahrhunderts, war der „Rote Löwen“ ein Gasthaus mit großen Privilegien. So hätten beispielsweise alle Hochzeiten nur in diesem Gasthaus stattfinden dürfen.
  • Andere lehnen sich auf: Im Jahre 1800 haben sich andere Gastwirte über die Privilegien beschwert. Zwar durften beispielsweise Hochzeiten auch in anderen Gaststätten gefeiert werden, an den Löwenwirt musste man jedoch eine Entschädigung bezahlen.
  • Es geht bergab: Im Jahre 1848 verlor der Löwen seine Vorteile. In der Folge ging es mit dem Gasthaus steil bergab.
  • Großbrand: 1865 wurde der „Rote Löwen“ ein Raub der Flammen, wurde aber ein Jahr später wieder aufgebaut.
  • Als Feuerwehrhaus: In den letzten Jahrzehnten gab es viele Nutzungen. Als Feuerwehr-, Gast- und Kaufhaus. Es diente auch als Begegnungsstätte für Vereine.

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