Offene Ladentüren, hoffnungsvolle Händler – und das Warten auf Kunden. Seit Montag dürfen die meisten Einzelhändler ihre Geschäfte, unter Einhaltung von Hygiene-und Abstandsregeln, wieder öffnen. Der große Ansturm blieb am Montag größtenteils allerdings noch aus. Offenbar sorgen die Regelungen bei den Kunden noch für Unsicherheit.

Regine Haas vom „Lakritz“ hat am Montag die neue Ware vor der Türe postiert als Signal, dass die Boutique wieder geöffnet ist.
Regine Haas vom „Lakritz“ hat am Montag die neue Ware vor der Türe postiert als Signal, dass die Boutique wieder geöffnet ist. | Bild: Sprich, Roland

Klares Signal: Hier ist geöffnet

Die Außenpräsentation vor der Boutique „Lakritz“ zeigt es deutlich. Hier ist geöffnet. Verkäuferin Regine Haas ist glücklich. „Die ersten Kundinnen waren bereits da und sie freuen sich, dass sie endlich wieder shoppen gehen können“, sagt sie und strahlt. Sie selbst freut sich, dass sie die Kundinnen wieder persönlich empfangen kann. „Wir waren ja eigentlich immer hier und haben unsere Kundinnen per click & collect bedienen können“, sagt sie.

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Nachdem sich Ende der Woche abzeichnete, das die Geschäfte öffnen dürfen und sich die Freude über die Öffnung mit der Vorfreude auf den nahen Frühling und die aktuellen Modetrends vermischte, wurde flugs die Winterkollektion in den Keller verbannt.

Herrenausstatter Fritz Kaspar ist damit beschäftigt, den Verkaufsraum mit der Frühlingsmode für Herren einzurichten. „Natürlich freue ich mich, dass ich mein Geschäft wieder öffnen kann. Es wäre aber schön, wenn man mehr Perspektive hätte und nicht nur von Woche zu Woche“, sagt er. Nachdem das Wintergeschäft coronabedingt nahezu komplett ausgefallen ist hofft Fritz Kaspar, dass die Herren jetzt den Frühling nutzen, um sich neu einzukleiden.

Herrenausstatter Fritz Kaspar dekoriert in seinem Männermodengeschäft jetzt die neue Frühjahrskollektion. „Hoffentlich nutzen die Männer den Frühling, um sich neu einzukleiden“, sagt der Einzelhändler.
Herrenausstatter Fritz Kaspar dekoriert in seinem Männermodengeschäft jetzt die neue Frühjahrskollektion. „Hoffentlich nutzen die Männer den Frühling, um sich neu einzukleiden“, sagt der Einzelhändler. | Bild: Sprich, Roland

Wintermode weicht Frühjahrskollektion

Die Corona-Lockerung ist ein wahrer Stimmungsaufheller bei Marijana Timotic und Tanja Eckmann von Käte‘s Mode. „Ja, wir freuen uns, dass wir endlich wieder öffnen dürfen. Es ist sehr wichtig, dass es weitergeht“, sagt Boutiqueleiterin Marijana Timotic. In den vergangenen Tagen wurde auch hier die Winterkollektion größtenteils gegen aktuelle Frühjahrmode ausgetauscht.

„Wer Bartpflege machen lassen möchte, braucht einen aktuellen Corona-Schnelltest“, sagt Barbier Abou Zeid. Friseurdienstleistungen darf der Barbier schon seit einer Woche anbieten.
„Wer Bartpflege machen lassen möchte, braucht einen aktuellen Corona-Schnelltest“, sagt Barbier Abou Zeid. Friseurdienstleistungen darf der Barbier schon seit einer Woche anbieten. | Bild: Sprich, Roland

Nachdem vor einer Woche bereits Friseure wieder ihre Geschäfte öffnen durften, dürfen in der zweiten Stufe der Lockerung auch wieder Tattoo-, Kosmetikstudios und Barbiere körpernahe Dienstleistungen anbieten. „Allerdings mit Einschränkung. Die Kunden mit gesichtsnaher Dienstleistung wie Bartpflege müssen einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest vorweisen“, sagt Abou Zeid vom Barbershop in der Hauptstraße. Im Elegance Barbershop von Ali Shikhi und Abou Zeid gab es daher am Montag noch keine Herren, die ihre Bärte pflegen lassen wollten.

Freudentränen beim Friseur

Als Friseure dürfen sie bereits seit einer Woche arbeiten. „Und da gab es Freudentränen“, beschreibt Friseurin Edita D Ambrosio die Emotionen bei den ersten Kunden, die nach monatelangem Lockdown ihre Frisuren in Form bringen lassen konnten. „Wenn die Haare nicht stimmen, stimmt auch die Psyche nicht“, berichtet die Friseurin, die einen großen Wunsch hat: „Bitte nicht nochmal Lockdown.“

Während die Händler sich auf die Öffnung gut vorbereitet haben, herrscht bei manchen Kunden noch Unsicherheit. „Dürfen wir jetzt wirklich wieder in die Geschäfte, oder nur anrufen und abholen“, wollte eine Passantin auf der Straße wissen. Und zeigte sich erfreut, als sie vom Reporter aufgeklärt wurde. „Das ist schön.“