Schlechte Rücklaufquoten, hohe Förderung. Ende des vergangenen Jahres hatte es so ausgesehen, als ob die Corona-Pandemie es auch schafft, den Breitbandausbau in St. Georgen zu verlangsamen. Gemeinderat Axel Heinzmann (Grüne Liste) hatte öffentlich kritisiert, dass viele Menschen, vor allem ältere, mit den Erklärungen in dem Brief zum Ausbau, der den Sachverhalt darlegt, überfordert seien. Er forderte deshalb, dass die Stadt in dieser Sache nochmal aktiv werden sollte. Ein Grund, so hatte Bürgermeister Michael Rieger gesagt: Es hat wegen Corona keine Informationsveranstaltungen geben können, in denen man den Sachverhalt genauer erklären konnte.

Rücklauf nun erheblich verbessert

Das ist zwischenzeitlich passiert, offenbar mit Erfolg. Mit der Nachricht in dieser Woche über weitere Förderungsbescheide für drei Projekte, in Summe knapp 2,4 Millionen Euro von Bund und Land, in der Bergstadt hat der SÜDKURIER erneut nachgefragt. „Der Rücklauf ist zwischenzeitlich sehr gut“, sagt Bürgermeister Michael Rieger auf Anfrage. Er selbst hatte sich dafür eingesetzt. In einem achtminütigen Video, das man über die Internetseite des Zweckverbandes Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar ansehen kann, hatte er für den Ausbau geworben und den Ablauf erläutert. „Die Eigentümer wurden mit dem Infoblatt sowie mit dem Info-Video, welches auf der Homepage des Zweckverbandes abgestellt ist, hinreichend informiert“, sagt der Bürgermeister. Ebenso hätten diese das Angebot, offene Fragen am Telefon mit dem Zweckverband zu besprechen, rege in Anspruch genommen.

Anschlüsse teils kostenfrei

Im Einzelnen sind die positiven Rückmeldungen aktuell wie folgt: Projekt Galetsch 78 Prozent, Projekt Rupertsberg und Seebauernhöhe 73 Prozent und Projekt Lückenschluss Hagenmoos bis Bahnlinie 67 Prozent. Eigentümer aus dem vom Bund definierten Fördergebiet, die ihren Glasfaser-Hausanschluss kostenfrei erhalten, wurden ein zweites Mal informiert, dass der Anschluss wirklich kostenfrei hergestellt wird. „Dies hat die Quote natürlich nochmal verbessert“, so Rieger. Dieser Punkt hatte sich zwischenzeitlich geändert, denn gänzlich kostenfreie Anschlüsse gab es anfangs nicht. Das gilt nun für all diejenigen, die als „unterversorgt“ gelten.

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Informationen rund um den Glasfaserausbau in St. Georgen gibt auch die Firma Virtual Gaps im Technologiezentrum, wie Wolfgang Arnhold, Assistent der Geschäftsleitung, sagt. Er sehe bei vielen Menschen eine große Informationslücke, auch nach Herstellung der Anschlüsse. Hier versuchen die IT-Spezialisten zu vermitteln, damit es zu einer Versorgung mit dem schnellen Netz kommt. „Wir sind mittlerweile offizieller Infopunkt des Netzbetreibers“, sagt Arnhold. Erreichbar ist die Firma unter der Telefonnummer 07724/829020 oder per E-Mail unter info@virtualgaps.de.

Projekt dauert noch Jahre

St. Georgen hat für das laufende Jahr in Sachen Breitband-Ausbau einiges vor. Knapp 1,9 Millionen Euro sind an Investitionen im städtischen Haushalt 2021 vorgesehen. In Abhängigkeit von den Ressourcen sollen von 2022 bis 2025 die Außenbereiche von Oberkirnach, Brigach und Langenschiltach folgen. Der restliche Kernort St. Georgen und alle Teilorte könnten dann 2024 bis 2027 an das schnelle Netz angeschlossen werden.