Die St. Georgener Kolpingfamilie und Mutter Teresa haben mehr gemeinsam, als das auf den ersten Blick scheint. Es steht nicht nur bei beiden die Hilfe von Bedürftigen im Vordergrund, auch beide Geschichten begannen im Jahr 1910. Dem Jahr nämlich, in dem die Kolpingfamilie in der Bergstadt gegründet und Mutter Teresa geboren wurde. Während Mutter Teresa allerdings erst zu der Frau heranwachsen musste, die später weltberühmt werden sollten, ging es bei der Kolpingfamilie sofort los. Damals nannte sie sich noch Gesellenverein und machte es sich, ganz nach der Idee des Gründers Adolf Kolping, zur Aufgabe, Gesellen, die durch die Ländereien zogen, ein Dach über dem Kopf zu bieten, ihnen Bildung zukommen zu lassen und die Gemeinschaft zu fördern.

Viele Aktionen

Im Vordergrund der Arbeit steht heute noch der Gemeinschaftsgedanke. Deshalb organisiert die Kolpingfamilie immer dienstags Themenabende. Derzeit müssen diese aufgrund der Corona-Krise aber leider ruhen. Im Oktober wolle man damit aber wieder starten. Denn derlei Zusammenkünfte seien wichtig für den Verein, so Hummel. Doch auch andere Aktionen sind Hummel wichtig. Vor allem von der Nikolausaktion weiß der 56-Jährige viel zu berichten. Bereits seit 1956 machen Mitglieder des Vereins Menschen am 6. Dezember eine Freude, indem sie als Nikolaus verkleidet beispielsweise zu Familien, in Kindergärten und Pflegeheime gehen – und das ehrenamtlich. „Viele Mitglieder nehmen sich dafür extra frei“, sagt Hummel.

Kuscheltiere sammeln

Auch eine Aktion, die im Jahr 2000 eigentlich einmalig stattfinden sollte, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens geworden: die sogenannte Päckchenaktion. Bei dieser sammelt die Kolpingfamilie Kuscheltiere, die Kinder freiwillig abgeben, legt noch Süßes dazu und schickt sie jährlich nach Rumänien. Dort werden diese Päckchen an Waisenhäuser verteilt. Inzwischen seien dabei über 12 000 Päckchen zusammen gekommen.

Seit 1999 dabei

Sein Weg führte Hummel im Jahr 1999 zur Kolpingfamilie. Damals sei er mit seiner Familie nach St. Georgen gezogen und habe im Kreis der jungen Familien, einem Angebot der Kolpingfamilie, Anschluss gefunden. „Weil ich mich dort sehr wohl gefühlt habe, bin ich dabei geblieben“, so Hummel. 2012 übernahm er das Amt des Vorsitzenden.

Weniger Termine

Derzeit sei die Vereinsarbeit stark ausgebremst. Eigentlich sei im März ein Cego-Turnier geplant gewesen, doch kaum eine Woche, bevor Cego-Spieler mit Karten gegeneinander antreten sollten, habe der Corona-Lockdown diese Pläne durchkreuzt. Der Gemeinschaftssinn musste fortan ruhen. Bald will der Verein aber wieder Fahrt aufnehmen. Die Nikolaus- und Sammelaktion wolle der Verein nicht pauschal absagen. „Wir schauen, wie sich die Lage entwickelt“, so Hummel. Erst dann wolle man eine Entscheidung treffen. Den Namen Verein hört Hummel nicht gerne, das klinge zu abgeschlossen. „Wir sind eine Familie“, stellt er klar.