Eine große Überraschung war es für die Verantwortlichen in St. Georgen nicht mehr – die Schulen und Kindergärten müssen schließen. Seit dem Mittwoch darf nur noch kommen, wer den Bedarf für eine Notbetreuung nachweist. Das scheint aber nur in wenigen Fällen nötig zu sein. In Frage kommen Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigte beziehungsweise die oder der Alleinerziehende von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten. Dies gilt für Präsenzarbeitsplätze sowie für Home-Office-Arbeitsplätze gleichermaßen. Abschlussklassen werden ab sofort per Fernunterricht beschult.

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  • Markus Esterle, Leiter der Bürgerdienste: Bei der Stadtverwaltung ist Markus Esterle, Leiter der Bürgerdienste für die Schulen und Kindergärten zuständig – und damit auch für die Gewährleistung der Notbetreuung. Diese werde es in allen Einrichtungen geben. Die Betreuung habe man Anfang der Woche organisiert und entsprechende Abfragen gestartet.
Markus Esterle
Markus Esterle | Bild: Sprich, Roland
  • Jörg Westermann, Robert-Gerwig-Schule: Der Rektor der Robert-Gerwig-Schule war gut auf die Nachricht vom Sonntag, dass Schulen schließen mussen, vorbereitet. „Das war absehbar“, sagt er. Für die Entscheidung der Politik äußert er Verständnis. „Wenn es hilft, dann ist es gut“, so der Rektor. Seine Schule habe einen Elternbrief verschickt, um rauszufinden, wie groß der Bedarf für die Notbetreuung ist. Zwar standen am Dienstagmorgen, als der SÜDKURIER mit Westermann sprach, noch einige Rückmeldungen aus. Abgezeichnet hatte sich aber schon, dass der Bedarf für die Notbetreuung gering ist. Der Fernunterricht für die Abschlussklassen bereite keine Probleme. Auch im St. Georgener Schulnetzwerk hatte man sich abgesprochen, um ein einigermaßen einheitliches Vorgehen zu gewährleisten.
Jörg Westermann
Jörg Westermann | Bild: Ganter, Patrick
  • Hannes Rath, Rupertsbergschule: „Momentan sind es acht Kinder“, so Hannes Rath zum Bedarf für die Notbetreuung am Dienstagmorgen. Einige Rückmeldungen hatten zu diesem Zeitpunkt noch ausgestanden. Klar war aber, dass die Anzahl der Kinder überschaubar bleibt. Die Organisation der Notbetreuung habe viel Arbeit gemacht. Für die Entscheidung der Politik, die Schulen zu schließen, habe der Rektor jedoch Verständnis. „Bei diesem Infektionsgeschehen geht es nicht anders“, so Rath. Einen Fernunterricht gibt es an der Rupertsbergschule, die eine reine Grundschule ist, nicht. Auf freiwilliger Basis stelle man den Schülern jedoch Arbeitsmaterial zur Verfügung.
Hannes Rath.
Hannes Rath. | Bild: Sprich, Roland
  • Annette Wagner, Grundschule Peterzell: Nur ein bis zwei Kinder müssten an der Schule von Annette Wagner in die Notbetreuung. Den Bedarf könne man über einen formlosen Antrag nachweisen. Beispielsweise müsse der Arbeitgeber angegeben werden. Die Schulleiterin wäre froh gewesen, wenn die Schulen nicht geschlossen worden wären. Denn bei den Hygienemaßnahmen habe man in der Schule sehr umsichtig agiert. Beispielsweise haben auch fast alle Schüler freiwillig eine Maske getragen, obwohl sie dazu nicht verpflichtet gewesen wären.
Annette Wagner
Annette Wagner | Bild: Sprich, Roland
  • Ralf Heinrich, Thomas-Strittmatter-Gymnasium: Für Ralf Heinrich ist die Schließung und die Umstellung auf das Homeschooling auch eine Art Testlauf. Denn schließlich sei nicht klar, wie es im Januar nach den Ferien weitergehen werde. Für den Unterricht für die Kursstufe habe man einen detaillierten Plan erstellt und sei auch besser vorbereitet als noch bei der ersten Schulschließung. Man könne sich nun auf Moodle und Zoom für die Videokonferenzen konzentrieren. Das Gymnasium hatte ursprünglich den Plan, das war noch weit vor der Ankündigung der Schließung, am Montag und Dienstag vor Ferienbeginn komplett auf Homeschooling umzustellen. „Auch um unsere Systeme unter diesen Bedingungen zu testen“, so Heinrich. Das aber hatte das Regierungspräsidium nicht gestattet. Jetzt ist es für die Kursstufe sogar gefordert. Der Bedarf für die Notbetreuung, die es für die Klassen fünf bis sieben gibt, sei überschaubar. „Das sind maximal zehn Kinder“, so Heinrich.
Ralf Heinrich
Ralf Heinrich | Bild: Sprich, Roland