Bagger, die viele Kubikmeter Erdaushub transportieren und Gelände einebnen, Lastkräne, die riesige Bauteile am Haken haben, Sattelschlepper und Tieflader, die tonnenweise Materialien heranfahren und mittendrin Dutzende Bauarbeiter. Nachdem lange Zeit Stillstand auf der Baustelle der Firma Wahl in Peterzell herrschte, wird seit einigen Monaten nun unter Hochdruck gearbeitet, um vor dem nahenden Winter noch ein möglichst großes Pensum abzuarbeiten.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Baufortschritt, wir liegen aktuell im Zeitplan“, sagt Jörg Burger, einer der Geschäftsführer der Firma Wahl. Und meint den neuen Zeitplan für den Umzug im ersten Quartal 2022, nachdem sich das ursprüngliche Ziel, bereits im Sommer 2021 den Produktionsstandort von Unterkirnach nach St. Georgen zu verlegen, mehrfach verzögert hat.

Spatenstich Ende Juli

Nachdem Ende Juli der Spatenstich erfolgt ist und anschließend sofort mit den Bauarbeiten auf dem ehemaligen Gelände der Firma Grässlin direkt an der Bundesstraße mit den Gründungsarbeiten für das Fundament begonnen wurde, war von außen eine ganze Zeit nichts zu sehen. Das hat sich in den vergangenen Wochen geändert. Aktuell ragen Dutzende Betonpfeiler in die Höhe. Erste massive Seitenwände für die späteren Lager- und Produktionsgebäude sind bereits hochgezogen und auch Dacharbeiten sind bereits im Gange.

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„Momentan haben wir fünf Gewerke gleichzeitig auf der Baustelle“, erklärt Bauleiter Max Meyer bei einem Baustellenrundgang. Er hofft, dass die Rohbauarbeiten so weit wie möglich abgeschlossen werden, und die Gebäude von außen geschlossen werden können. „Dann geht es sofort an den Innenausbau.“ Der nahende Winter setzt die Bauarbeiten dabei unter Zeitdruck.

Um aufgrund der Verzögerungen beim Baubeginn zumindest wieder etwas Boden gutzumachen, sollen die Bauarbeiten in 18 statt der ursprünglich geplanten 24 Monaten beendet sein. Wie schafft man es, ein derartiges Vorhaben in einem Viertel weniger Zeit abzuschließen? „Die 24 Monate wurden als äußerstes Limit genannt“, so Burger, der zuversichtlich ist, dass die 18 Monate gehalten werden können.

Der Umzug des Herstellers für Haarschneidemaschinen von Unterkirnach nach Peterzell erfolgt sowohl aus platz- als auch aus verkehrstechnisch strategischen Gründen. Am derzeitigen Standort im Roggenbachweg in Unterkirnach sind die Erweiterungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Zudem ist die Nähe zur Autobahn wichtig.

Lückenschluss wichtig

Dabei setzt der Geschäftsführer stark auf den Lückenschluss von Bundesstraße 33 und B 523, der die Autobahn 81 über das Gewerbegebiet Herdenen bei Villingen-Schwenningen direkt mit der B33 verbinden soll. Damit soll einerseits die Hauptverkehrsachse durch den Großraum Villingen-Schwenningen entlastet werden und die westlichen Schwarzwaldgemeinden Zeit einsparen beim Weg von und zur A81. „Der geplante Lückenschluss ist für uns ein strategisch sehr wichtiger Punkt bei der Standortwahl gewesen. Eine gute Anbindung an die Autobahn ist für uns ein gewichtiges Argument wenn es darum geht, im sogenannten Kampf um Talente, also den Kampf um die besten Arbeitskräfte, im Rennen zu bleiben“, so Burger.

Von Corona profitiert

Die Corona-Pandemie hat der Hersteller von Haarschneidemaschinen für den Profi-, Privat- und Heimtierbedarf zu spüren bekommen. Auf positive Weise. „Wir haben deutlich mehr Haarschneidemaschinen im Privatbereich verkauft, weil im ersten Lockdown die Friseure geschlossen hatten“, sagt Burger. Auch gebe es in einigen Ländern, in die Wahl seine Produkte verkauft, die Hygienemaßnahme, dass die Kunden ihre Haarschneidegeräte selbst mit zum Friseur bringen.