Das Coronavirus hat den Radfahrverein Langenschiltach sozusagen bei voller Fahrt ausgebremst. Wie der Vorsitzende Werner Schultheiß bei der Hauptversammlung in der Peterzeller Mehrzweckhalle sagte, haben insbesondere die Radballmannschaften unter dem abrupten Ende der Vereinsaktivitäten gelitten. Der Ausfall des Stadtfestes und vermutlich auch der Weihnachtsmärkte in St. Georgen und Langenschiltach treffen den Verein finanziell hart.

Hoffen auf Schrottsammlung

Derzeit hofft der Verein, die im Frühjahr ausgefallene Schrottsammlung im September nachholen zu können, „um wenigstens in die Nähe einer wirtschaftlichen Null zu kommen. Ansonsten werden wir das massiv am Kassenstand zu spüren bekommen“, machte der Vorsitzende deutlich.

Training auf der Festwiese

Zumindest sportlich zeichnet sich ein kleiner Lichtblick ab. Nachdem die Lockerungen zum 1. Juli in Kraft traten und der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, haben die Radballer schnell reagiert. Dank der Befürwortung von Ortsvorsteher Hartmut Breithaupt und mit Unterstützung von Bürgermeister Michael Rieger, der beim Landratsamt ein gutes Wort einlegte, konnten die Radballer ihr Training auf der gemeinsam mit Feuerwehr und Musikverein genutzten Bühne auf der Festwiese abhalten, die zu diesem Zweck um einige Elemente erweitert wurde, so dass ein zugelassenes Spielfeld von 12,5 mal neun Metern entstanden ist. „Seitdem haben wir sicherlich als einer der wenigen Vereine in Deutschland Freiluftradball zu bieten. In toller Umgebung, mit Kuhglockengeläut und frischer Luft“, schmunzelte Schultheiß. Weiterhin mit Einschränkungen leben müssen die Frauengymnastik- und die Yogagruppe des Radfahrvereins.

Viele Fragen, keine Antworten

Im nächsten Jahr feiert der Radfahrverein Langenschiltach sein 100-jähriges Bestehen. Grund genug, das Jubiläum mit einem großen Fest zu feiern und dafür den Radball-Weltcup im Juni 2021 in die Peterzeller Mehrzweckhalle zu holen. „Doch hier sind noch viele Fragen offen. Kann die Veranstaltung wegen Corona überhaupt stattfinden, wie können wir die Kosten decken und können wir in der wirtschaftlich schwierigen Zeit Sponsoren finden“, stellte Werner Schultheiß die Fragen in den Raum, die zum jetzigen Zeitpunkt niemand beantworten kann.

Raue Luft in der Verbandsliga

Aus sportlicher Sicht verlief das Jahr bis zur Corona-Zwangspause sehr erfolgreich, wie Schultheiß, der auch Fachwart Radball ist, in der Versammlung erwähnte. Ausführlich schilderte er die sportlichen Leistungen der einzelnen Teams. Klar wurde dabei auch, dass für ihn und seinen Teampartner Thomas Weißer auf Verbandsligaebene raue Luft herrschte und man am Ende der Saison wieder in die Landesliga abstieg. Doch darüber schienen die Sportler nicht wirklich traurig zu sein, sondern hatten dort bis zum verletzungsbedingten Ausscheiden von Werner Schultheiß die Nase vorn. Der kündigte zudem an, es „nach 35 Jahren ohne Spielpause es künftig etwas ruhiger angehen zu lassen“.