Am Samstag, 24. Oktober, findet in der St. Georgs-Kirche die Investitur für Harald Dörflinger, neuer Pfarrer für die katholische Seelsorgeeinheit St. Georgen-Tennenbronn, statt. Damit endet die seit Juli 2019 andauernde Vakanz der katholischen Pfarreien St. Georg in St. Georgen und St. Johann Baptist in Tennenbronn.

Herausforderung gesucht

„Noch einmal eine neue Herausforderung annehmen“, war für Harald Dörflinger die Motivation, nach 14-jähriger Priestertätigkeit in Tengen im Hegau noch einmal eine neue Stelle anzunehmen. Zudem habe er sich zum Ziel gesetzt, in seinem Berufsleben zwei Pfarrstellen zu besetzen. Zum Priestertum kam der heute 55-Jährige nicht auf direktem Weg. Der 1965 in Tuttlingen geborene und in Hochemmingen aufgewachsene Harald Dörflinger machte zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann und hat auch einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet. „Danach habe ich mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und währenddessen gemerkt, dass ich einen sozialen Beruf im Kirchenbereich ergreifen möchte“, erzählt der Pfarrer im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Nach einem Priesterseminar folgte das Theologiestudium. Weitere Stationen waren Diakon in Engen, drei Jahre Vikar in Hüfingen und zwei Jahre in Tauberbischofsheim. Seit 2006 war er Pfarrer in der 4700-Einwohner-Gemeinde Tengen im Hegau. Dort war er für rund 2700 Katholiken zuständig. An seinem neuen Wirkungsort ist Harald Dörflinger für insgesamt 6200 Katholiken in St. Georgen und Tennenbronn verantwortlich.

Die Stadt kennt er schon ein wenig

Ganz unbekannt ist Dörflinger St. Georgen nicht. „Wir waren mehrmals mit unseren Ministranten im Freizeitheim Unterm Wald“, sagt er. Und sogar seinen Vorgänger im Amt, Pfarrer Paul Dieter Auer, lernte Dörflinger kennen. „Er hielt im Seniorenwerk in Tengen einen Vortrag. Am Ende fragte er mich, ob ich nicht Pfarrer in St. Georgen werden wollte, da er bald in den Ruhestand ginge“, erinnert er sich. Dass Harald Dörflinger einige Jahre später tatsächlich dessen Nachfolger in der Bergstadt werden würde, war vielleicht Zufall „und ich bin sicher, es wurde von oben gelenkt.“

Ökumene weiter entwickeln

Seinem Vorgänger attestiert Dörflinger übrigens, dass der ihm „ein gut bestelltes Haus hinterlassen hat.“ Die Mitglieder des Kirchengemeinderates in St. Georgen und Tennenbronn seien sehr selbständig, „es läuft alles“. Als neuer Pfarrer ist es ihm ein Anliegen, sowohl die liturgischen als auch die karitativen Bereiche wie Jugend- und Seniorenarbeit, auch im Zuge der Corona-Entwicklungen, auszubauen. Auch die Weiterentwicklung der Ökumene ist ihm ein Anliegen. Das ökumenische Gemeindezentrum auf der Seebauernhöhe bezeichnet er hierbei als „wohl einzigartig in der Diözese“, so der Pfarrer, der in seiner Freizeit gerne in der Natur unterwegs ist, kulturell an Museen interessiert ist und Flügelhorn spielt.

Schade, dass es kein Fest gibt

Dass es nach dem Gottesdienst am Samstagabend, bei dem er von Dekan Josef Fischer in sein Amt eingeführt wird, aufgrund der Corona-Situation kein Gemeindefest geben kann, bedauert der neue Pfarrer. „Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, uns, also die Gemeinde und mich, gegenseitig kennen zu lernen.“

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €