Im nördlichen Teil des Schwarzwald-Baar-Kreises beweisen die einzelnen Gemeinden mal wieder, dass ihre Einwohner mitunter ganz anders ticken, als in den Nachbarstädten und -orten. Das Wahlergebnis zeigt die menschliche Vielfalt der Region.

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  • St. Georgen: In der Bergstadt schneidet Thorsten Frei (CDU) mit 32,7 Prozent vergleichsweise schlecht ab, bekommt aber weiterhin den größten Zuspruch der Direktkandidaten. Bitter dürfte für Frei aber der Verlust von 14,1 Prozentpunkten zur Bundestagswahl 2017 sein. Derya Türk-Nachbaur schneidet mit 21,2 Prozent stark ab und gewinnt 2,7 Prozentpunkte hinzu. 75,8 Prozent der St. Georgener Wähler haben ihre Stimme abgegeben. Auf Rang 3 in der Wählergunst landete dabei Thomas Bleile (Grüne) mit 13,1 Prozent vor Marcel Klinge (FDP) mit 12,9 Prozent. AfD-Mann Martin Rothweiler bekam 9,2 Prozent der Stimmen. Marie-Therese Herrmann (Die Basis) schafft in St. Georgen ein Ergebnis von 5,2 Prozent. Eine faustdicke Überraschung gab es auch bei den Zweitstimmen. Hier gibt es die meisten Stimmen für die SPD mit 23,8 Prozent, die als klarer Gewinner aus der Abstimmung in St. Georgen hervorgeht. Ein Zugewinn von satten 7,3 Prozentpunkten. Klarer Verlierer ist dagegen die CDU mit einem Erdrutsch-Ergebnis von nur noch 23,1 Prozent. Ein Verlust von 15,6 Prozentpunkten zur Wahl im Jahr 2017. Vor acht Jahren konnte die CDU bei der Bundestagswahl 2013 in St. Georgen noch 46 Prozent der Wähler hinter sich versammeln. Hinter CDU und SPD folgt dieses Mal in St. Georgen die FDP mit 15,6 Prozent, die 4,5 Prozentpunkte hinzugewonnen hat. Die Freien Demokraten liegen vor den Grünen mit 14,5 Prozent und der AfD mit 9,9 Prozent. Deutlich verloren hat auch „Die Linke“ mit 2,3 Prozent. Vor vier Jahren holte die Partei in St. Georgen noch 5,6 Prozent der Stimmen.
Niclas Kuntz in St. Georgen beim Empfang des Wahlscheines durch Samira Bensmail.
Niclas Kuntz in St. Georgen beim Empfang des Wahlscheines durch Samira Bensmail. | Bild: Werner Mueller
  • Furtwangen: Fast schon heimlicher Sieger in Furtwangen ist Thomas Bleile von den Grünen. Mit 16,3 Prozent der Erststimmen und 16,8 Prozent der Zweitstimmen liegt der Kandidat deutlich über den kreisweiten Ergebnissen. Deutlich Federn lassen für diesen grünen Ausreißer müssen Thorsten Frei der der CDU nur magere 35,5 Prozent der Erststimmen und 25,8 Prozent der Zweitstimmen beschert. Mager war auch die Wahlbeteiligung. Sie betrug lediglich 74,4 Prozent. Im Vergleich zum Kreisergebnis gut in Furtwangen angekommen ist auch Heinrich Alexandra Hermann von der Linken. Die diverse Person überzeugte bei der Erststimme 2,7 Prozent der Wähler und holte bei der Zweitstimme sogar 2,9 Prozent der Kreuzchen.
Ponchai Kienzler gibt im Autohaus Siedle in Furtwangen seine Stimme ab. Seine Wahlberechtigung wird auf unserem Bild überprüft von Ramona Schuler.
Ponchai Kienzler gibt im Autohaus Siedle in Furtwangen seine Stimme ab. Seine Wahlberechtigung wird auf unserem Bild überprüft von Ramona Schuler. | Bild: Stefan Heimpel
  • Vöhrenbach: Trotz parallel laufender Bürgermeisterwahl lag die Wahlbeteiligung in Vöhrenbach bei vergleichsweise niedrigen 74,1 Prozent. Im gesamten Kreis waren es fast drei Prozentpunkte mehr, die an der Urne oder per Brief gewählt haben. CDU-Kandidat Thorsten Frei kann dabei stattliche 40,6 Prozent der Erststimmen einfahren, hat aber mit Derya Türk-Nachbauer von der SPD mit 20,7 Prozent eine ebenso starke Verfolgerin. Bei den Zweitstimmen kann vor allem die SPD stark aufholen und kommt mit 24,5 Prozent der CDU mit 29,1 Prozent schon sehr nahe.
  • Gütenbach: In der kleinen Gemeinde hat Thorsten Frei 12,5 Prozentpunkte verloren und holte 44,0 Prozent Stimmenanteil bei den Erststimmen. Er verlor damit fast so viel wie seine CDU bei den Zweitstimmen. Als klarer Gewinner darf sich auch hier FDPler Marcel Klinge fühlen, der sein Ergebnis von 2017 (5,5 Prozent) fast auf 11,2 Prozent Stimmenanteil verdoppeln konnte. SPD-Kandidatin Türk-Nachbaur holte 14,9 Prozent Erststimmen, der Grüne Bleile 13,7 Prozent.
  • Triberg: Gering war das Interesse an der Bundestagswahl in der Wasserfallstadt – nur 71 Prozent beträgt die Wahlbeteiligung. Vor allem CDUler Thorsten Frei konnte seine Wähler zum Urnengang bewegen und sahnt mit 41,3 Prozent der Erststimmen ab. Das Verfolgerfeld liegt fast auf einer Ebene mit Derya Türk-Nachbauer (16,8 Prozent), Thomas Bleile (10,1 Prozent), Marcel Klinge (13,1 Prozent) und Martin Rothweiler (10,2 Prozent). Die FDP ist stark bei den Zweitstimmen mit 15,2 Prozent.
  • Schonach: Die Schonacher Wähler haben in Thorsten Frei einen klaren Favoriten. Der CDU-Kandidat holt 45,8 Prozent der Erststimmen im Ort. Seine Partei kann da mit 33,7 Prozent aber nicht ganz mithalten. Die Schonacher haben bei der Zweitstimme offenbar starke Sympathien für SPD (18,7 Prozent), FDP (16,5 Prozent) und Grüne (12,2 Prozent), die deutlich über den Ergebnissen ihrer jeweiligen Kandidaten liegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,2 Prozent.
  • Schönwald: Die Schönwälder konnte Derya Türk-Nachbauer nicht wirklich von sich überzeugen. Sie liegt im Kurort mit 15,2 Prozent der Erststimmen deutlich unter dem SPD-Ergebnis der Zweitstimmen mit 21,1 Prozent. Thorsten Frei und die CDU liegen fast genau bei ihren kreisweiten Ergebnissen. Überraschen kann hingegen die FDP. Sie sammelt 15,9 Prozent der Zweitstimmen und hängt damit Grüne und FDP deutlich ab. Die Wahlbeteiligung beträgt 74,5 Prozent.
  • Tennenbronn: In Tennenbronn, dem Schramberger Stadtteil, der zum Wahlbezirk Rottweil-Tuttlingen gehört, lag die Wahlbeteiligung vor Ort bei 34,09 Prozent. Nicht eingerechnet sind in die nachfolgenden Ergebnisse des Tennenbronner Wahllokals die Briefwahlstimmen. Im Wahllokal Tennenbronn hat Maria-Lena Weiss (CDU) 27,97 Prozent bekommen. Ihr folgt Mirko Witkowski (SPD) mit 19,51 Prozent. Andreas Anton (FDP) kommt auf 14,68 Prozent. Annette Reif (Grüne) auf 11,58 Prozent. Der AfD-Mann Joachim Bloch kommt auf 11,25 Prozent. Über 5 Prozent der Stimmen bekamen auch Andreas Moritz (Die Basis) mit 5,89 Prozent und Carmen Spiegelhalder-Schäfer (Freie Wähler) mit 5,57 Prozent. Bei den Zweitstimmen gewinnt die CDU mit 23,4 Prozent vor der SPD mit 20,19 Prozent. Die FDP folgt mit 17,84 Prozent, die Grünen kommen auf 11,11 Prozent und die AfD auf 10,9 Prozent. Auch hier schneiden die Freien Wähler stark ab und kommen auf 5,13 Prozent.