Gemischte Gefühle herrschen an Ostern 1996. In Großbritannien grassiert der Rinderwahnsinn und die Angst davor schwappt auch nach Deutschland, verunsichert die Landwirte und am Ende auch die Bürger. Hatte doch mancher in der Karwoche gefastet oder zumindest sich eingeschränkt, sollte doch der Osterbraten angstfrei genossen werden.

Boom in den Fachgeschäften

Der SÜDKURIER vom 4. April 1996 berichtet aber, dass in St. Georgen die Fachgeschäfte, also die Metzgereien, sogar einen Boom verzeichnen. Die Bevölkerung vertraut den heimischen Metzgern. In den Supermärkten dagegen sinkt der Umsatz an Frischfleisch.

Nachteile für Landwirte

Trotzdem, so heißt es weiter im SÜDKURIER, hätten die Landwirte Nachteile. Sie verkaufen normalerweise auch an Großmärkte. Die wiederum sind im Ankauf jetzt zurückhaltend, wie Landwirt Gerhard Jäckle vom Leihwieserhof bestätigt. Er begrüßt die Offenlegung der Herkunftsorte der Tiere. Die Abstammung jedes Tieres sei nachvollziehbar, da für jedes neugeborene Kalb ein Tierpass ausgestellt werde.

Skepsis gegenüber Fast-Food-Restaurants

Eine Umfrage im SÜKDURIER vom Ostersamstag, 6. April 1996, ergibt, dass sich die Bergstädter auf den Fachhandel verlassen. Skepsis herrsche eher bei Fast-Food-Restaurants. Metzger Franz Bantle: „Das Einkaufsverhalten hat sich schon geändert, die Leute fragen danach, woher wir das Fleisch haben. Manche kaufen kein Rindfleisch mehr. Obwohl ich guten Gewissens sagen kann, dass das Fleisch, das wir von Bauern aus der Umgebung kommt und wir alles selbst schlachten.“

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Am 9. April 1996 berichtet die Zeitung von einem Info-Stand vor der Peterzeller Metzgerei Müller. Bauern und Metzger klären zusammen die Bevölkerung über Herkunft und Aufzucht von Rindern auf.