Bei schönstem Sommerwetter hatten sich rund 80 evangelische Christen auf der Festwiese von Langenschiltach versammelt. Das ist zwar nichts Neues, denn schon seit drei Monaten feiern die Mitglieder der Petrusgemeinde den Sonntagsgottesdienst im Freien unter der evangelischen Kirchenflagge mit dem lila Kreuz. Doch dieses Mal war alles anders, denn der zuständige Dekan Wolfgang Rüter-Ebel aus dem Kirchenbezirk Villingen war eingeladen, um Pfarrer Roland Scharfenberg offiziell von seinem Auftrag als Seelsorger der Petrusgemeinde zu entbinden.

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Zunächst aber feierte der Gemeindepfarrer mit den Gläubigen den Gottesdienst, der vom Glockengeläut der Dorfkirche angekündigt wurde. Zwei Musikgruppen umrahmten die Feier. Der Posaunenchor Peterzell unter der Leitung von Michael Bitzer spielte passende Melodien, und das Feierabend-Musikteam spielte und sang kirchliche Lieder.

Der Posaunenchor von Peterzell umrahmt den Abschieds-Gottesdienst für den scheidenden Pfarrer mit passender Musik.
Der Posaunenchor von Peterzell umrahmt den Abschieds-Gottesdienst für den scheidenden Pfarrer mit passender Musik. | Bild: Maria Kienzler

Die spannende Predigt von Roland Scharfenberg mit dem Thema „Jetzt ist es genug“ rankte sich um das Gleichnis vom verlorenen Sohn. „Der junge Mann in der Bibel hat einen unbändigen Freiheitsdrang und geht weg“, sagte der Prediger. Später zog er die Parallele zu seinem eigenen Weggang aus der Petrusgemeinde und dementierte die Gerüchte, dass er deshalb gehe, weil er genug habe. Er wolle in Zukunft nicht auf die Pauke hauen oder etwas erleben und eine Karriere habe er schon gar nicht im Sinn.

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Dann verwies er auf den Gemeindebrief, in dem er seine Beweggründe bereits offengelegt hatte. Seit einem Jahr habe sich niemand für die Pfarrerstelle in St. Georgen gemeldet, darum habe er den Eindruck, dass es seine Berufung sei, nach zehn Jahren in Peterzell und Langenschiltach noch einmal etwas Neues zu beginnen. „Ich bin sehr dankbar, dass ich viele von euch kennen- und schätzengelernt habe und ich werde weiterhin für euch da sein, weil ich ja Geschäftsführender Pfarrer für den Bezirk St. Georgen bin“, erinnerte Scharfenberg.

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Nach der Feier entpflichtete Dekan Rüter-Ebel den scheidenden Pfarrer von der Verantwortung und den dienstlichen Verpflichtungen im bisherigen Gemeindebezirk, nicht ohne sich vorher ausführlich zu bedanken für seine segensreiche Tätigkeit. Auch die gewählten Orts-Ältesten Joel Aberle, Stefan Klausmann und Ulrich Schünke bedankten sich bei Roland Scharfenberg. Schünke schenkte ihm zum Abschied einen Apfelbaum. Achim Labitzke, der Vorsitzende des Ältestenrates, erzählte zum Abschluss mit Schmunzeln die geheimnisvolle Geschichte, wie er mit einigen Ratskollegen vor zehn Jahren Roland Scharfenberg als Pfarrer für die Petrusgemeinde angeworben hatte.

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