Die CPS-Professur greift unter dem Stichwort Industrie 4.0 Herausforderungen der Zukunft auf: Wie wird die klassische physikalische Produktion mit der digitalen Welt des Computers verbunden? Die Stiftungsprofessur kümmert sich darum, wie diese Bereiche zusammenfinden. Zu den Erwartungen einer softwarevernetzten Produktion gehören eine höhere Automation, geringere Fehlerquote und Ausschuss und mehr Produktionssicherheit; aber auch weniger Arbeitsplätze in der Produktion und damit geringere Personalkosten und mehr Wettbewerbsfähigkeit. Damit verbunden sei kein Abbau der Arbeitsplätze, sondern ein Wandel in Richtung Informationstechnik (IT) und Mechatronik. Der Abteilung Software Solutions obliegt es dabei, die Programme für diese Entwicklungen zu schreiben.

Der Umzug der Abteilung nach St. Georgen hat sich immer wieder verzögert. Schon im ersten Halbjahr 2016 waren die Forscher erstmals hier erwartet worden. Langwierig gestaltete sich auch die Besetzung des "Kopfes" der Stiftungsprofessur. in den vergangenen Jahren hat sich bereits der Abteilungsleiter Professor Axel Sikora bei Firmen aus der CPS-Zielgruppe vorgestellt, um über Unterstützung und Fördermöglichkeiten zu reden. Fast immer habe sich ein Anknüpfungspunkt ergeben, erinnert sich Martin Friedrich an Gespräche, an denen er teilgenommen hat.

Die Wissenschaftler werden aus dem in Villingen-Schwenningen ansässigen Hahn-Schickard-Institut (HSI) für angewandte Forschung in die Bergstadt umziehen. In VS ist die Professur organisatorisch angesiedelt, während sie wissenschaftlich dem Institut für Mikrosystemtechnik (Imek) der Universität Freiburg zugeordnet ist. Von den beiden Abteilungen der CPS-Professur wird eine in St. Georgen angesiedelt. Inzwischen habe die Abteilung Software Solutions eine Größe erreicht, die es sinnvoll mache, sie auszulagern, erläuterte Friedrich die Wachstumsmechanismen solcher Forschungseinrichtungen. Die Stiftungsprofessur ist für zehn Jahre finanziert. Dafür stehen drei Millionen Euro zur Verfügung. Die Hälfte trägt das Land Baden-Württemberg, die andere liegt bei der Industrie, den Städten VS und St. Georgen sowie Institutionen. Für etwa eine Million Euro hat sich die St. Georgener Industrie verpflichtet, wovon rund 500 000 Euro die PE-Stiftung trägt.