Die Hotel Rosengarten GmbH hat beim Amtsgericht Freiburg den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Betrieb im Stockwald geht aber vorerst ungehindert weiter. Es ist nicht das erste Mal, dass der Betrieb für negative Schlagzeilen sorgt.

  • Geringe Auslastung: Der Hauptgrund für die finanziellen Schwierigkeiten, so der vorläufige Insolvenzverwalter Thorsten Schleich aus Villingen-Schwenningen auf SÜDKURIER-Anfrage, sei vor allem, dass im Spätherbst und in den Wintermonaten nur wenig Buchungen verzeichnet wurden. Durch diese Situation sei es nicht mehr möglich gewesen, die Verluste auszugleichen. "Aktuell ist das Hotel vernünftig ausgelastet", so Thorsten Schleich. Aus diesem Grund zeigte sich der vorläufige Insolvenzverwalter auch zuversichtlich, den Betrieb des Hotels sichern zu können.
  • Entscheidung über Antrag: Ob das Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet wird, entscheide sich bis Anfang Juni, so Thorsten Schleich. Bis dahin, so der Rechtsanwalt, verschaffe er sich einen genauen Überblick, weswegen er zu den Details noch nichts sagen könne. Die Gehälter sind für drei Monate vom Insolvenzgeld abgedeckt.
  • Entwicklung der Übernachtungszahlen: Die Zahl der Übernachtungen im Gebiet Stockwald ist durch die Eröffnung zuletzt sprunghaft angestiegen. In dem Gebiet, in dem es sonst keine größeren Beherbergungsbetriebe gibt, stieg die Zahl von 2016 mit 3000 Übernachtungen auf 9550 Übernachtungen im Jahr 2017 an. Dieses Wachstum sorgte auch in Summe dafür, dass die Zahlen für die Gesamtstadt sich positiv entwickelten. Die Zahlen für 2018 sind noch nicht bekannt. Im Oktober des vergangenen Jahres hat das neue Hotel Federwerk große Eröffnung gefeiert.
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  • Schon viele Pannen: Das Hotelprojekt Rosengarten sorgt mit der Anmeldung einer Insolvenz nicht zum ersten Mal für Schlagzeilen. Schon Anfang 2017, nur rund ein halbes Jahr nach der Eröffnung, war nahezu die komplette Belegschaft nach einer Prüfung der Bilanz ausgetauscht worden. Der Geschäftsführer Khaled Kouider hatte damals angekündigt, das Hotel von Grund auf neu aufzubauen. Als Anlass für die personellen Veränderungen nannte er "schlechte Führung und falsche Kalkulation". Schon der Bau selbst hatte sich zuvor mehrfach verschoben. Unter anderem aufgrund einer unterdimensionierten Kläranlage und neuer Brandschutzverordnungen.
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  • Geschichte des Hotels: Rund sieben Jahre lang war das Hotel, früher ein Erholungsheim, saniert worden. 2009 hatte ein algerischer Industrieunternehmer den Komplex im Stockwald gekauft und mehr als vier Millionen Euro investiert. In dem Haus stehen 34 Zimmer und Suiten zur Verfügung.