Es wehte ein wenig Abschiedsstimmung durch den großen Sitzungssaal, als Udo Littwin, Leiter des Polizeireviers St. Georgen, am Mittwochabend im Gemeinderat die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2018 vorlegte. Littwin wird sich schon bald in den Ruhestand verabschieden. Es war nach vielen Jahren das letzte Mal, dass er aus dem umfangreichen Zahlenwerk berichtete. Wer sein Nachfolger wird, sei derzeit noch nicht bekannt.

  • Einbrüche halten in Atem: Mit der Bilanz für das vergangene Jahr war der Chef des Reviers durchaus zufrieden. „Wir leben in einer sehr, sehr ruhigen Stadt“, so Littwin. Getrübt werde das aber ganz aktuell von einer Einbruchserie, die Städte und Gemeinden zwischen Villingen-Schwenningen und Furtwangen betreffe. „Ich bin zuversichtlich, dass die Sache bald zur Ruhe kommt“, so Littwin. Details hierzu dürfe er aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen. Die Bombe werde aber im Laufe der Woche platzen, so die Prognose.
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  • Aufklärungsquote bei 70 Prozent: Die Zahl der Straftaten in St. Georgen hat sich leicht erhöht. Sie stieg von 391 Fällen in 2017 auf 409 Fälle in 2018. Damit liegt die Zahl aber trotzdem unter dem langfristigen Mittelwert von 415. Littwin nannte eine Vergleichszahl aus dem Jahr 2002, damals hatte es in der Stadt 624 Straftaten gegeben. Aufgeklärt würden im vergangenen Jahr 71,9 Prozent der Fälle. Bei 300 Tatverdächtigen, der Revierleiter betonte das, handelte es sich in 23 Fällen um Asylbewerber. Besonders auffällig: Der Anstieg bei den Sexualdelikten in der Bergstadt. Doch Udo Littwin weiß zu beruhigen. „Dabei handelt es sich meist um das Versenden pornografischer Bilder.“ Die Frauen in St. Georgen, so der Revierleiter, könnten sich also weiterhin sicher fühlen. Ebenfalls sehr stark gestiegen ist die Zahl der Rauschgiftdelikte um 71,9 Prozent. Der Grund ist, dass in diesem Bereich verstärkt Beamte eingesetzt werden, die genau darauf spezialisiert sind.
  • Gewalt gegen Polizeibeamte: Ein Problem, dass laut Littwin in den kommenden Jahren noch zunehmen werde. „Das wird schlimmer werden“, so seine Prognose. Neun Fälle gab es in 2018 in St. Georgen. Ein Beispiel für einen solchen Fall ist, wenn sich ein betrunkener Autofahrer einer Blutentnahme wiedersetzt.
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  • Wenig Verletzte im Straßenvekehr: 2018 gab es in St. Georgen deutlich weniger Verkehrsunfälle, die Zahl lag bei 25 (2017: 45) – einer endete jedoch tödlich. Die Zahl der Verletzten ging aber stark zurück. Sowohl bei den Schwerverletzten mit sieben (2017: fünf) als auch bei den Leichtverletzten 29 (2017: 56).
  • Großes Lob ausgesprochen: Die Gemeinderäte und auch Bürgermeister-Stellvertreter Joachim Kleiner sprachen Udo Littwin und seinen Kollegen großen Dank aus. Kleiner sagte: „Wir fühlen uns sicher in der Stadt.“ Besonders die gute Zusammenarbeit mit dem Revierleiter in den vielen Jahren hoben sie geschlossen hervor. „Die Zusammenarbeit war immer sehr angenehm“, sagte beispielsweise Oliver Freischlader (SPD).