Die Kinderzahlen in St. Georgen steigen seit Jahren. Zu den Zuzügen kommt ein Zuwachs der Geburten von 16 Kindern im Jahr 2017. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung mit der Kindergartenbedarfsplanung beschäftigt. Derzeit kann St. Georgen den Anspruch der Eltern auf einen Kita-Platz erfüllen. Viel Luft nach oben ist nicht mehr, die Planung sei "auf Kante genäht", wie Markus Esterle, Leiter der Bürgerdienste, sagte.

  • Zahl der Geburten: Wichtige Grundlage für die Berechnung des Bedarfs in den Kitas der Stadt ist die Geburtenzahl. In St. Georgen kamen im vergangenen Jahr 124 Kinder zur Welt. 15 waren es in Peterzell, fünf in Brigach und vier in Langenschiltach. In Bezug auf die Ortsteile sagte Markus Esterle: "Das könnte vielleicht ein bisschen mehr sein." In St. Georgen war die Geburtenzahl so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht.
  • Auslastung der Plätze: "Wie im vergangenen Jahr waren die Einrichtungen im Stadtgebiet und Peterzell nahezu voll belegt", sagte Markus Esterle. Derzeit könne die Stadt ihrer Pflicht, jedem Kind einen Platz anzubieten, nachkommen. Trotzdem: Die Nachfrage wird in Zukunft steigen, so die Prognose. Auch im kommenden Kindergartenjahr 2018/19 wird die Stadt den Bedarf nur deshalb erfüllen, weil sie im Gemeindehaus der Lorenzgemeinde eine Außengruppe anbieten wird. Derzeit sind in St. Georgen 497 Plätze genehmigt und 445 Kinder in Betreuung. "Wenn die Anzahl der Geburten im Jahr 2018 wieder so hoch ausfällt, könnten die bisher genehmigten Plätze knapp werden", sagte Esterle. Weitere Prognosen zur Auslastung der Einrichtungen seien, Stand jetzt, schwierig.
  • Finanzielle Belastung: Die Kinderbetreuung kostet jedes Jahr enorm viel Geld. Der Fehlbetrag, der über den Haushalt 2018 finanziert wird, beläuft sich auf knapp über 2,7 Millionen Euro. Das sind, so Markus Esterle in der Ratssitzung, rund 600 Euro pro Monat für jedes betreute Kind. Bürgermeister Michael Rieger betonte, dass das Betreuungsangebot für Kinder für die Stadt eine Pflichtaufgabe sei, die man gerne erfülle.
  • Integration als Aufgabe: Die Betreuung von Flüchtlingskindern fordert die Verantwortlichen in den Kitas. Besonders im Kinder- und Familienzentrum Weidenbächle sei das der Fall. Der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln liegt bei 64 Prozent. Dieser Anteil ist um acht Prozent gestiegen. In der Kita Schatzinsel liegt er bei 50 Prozent. Eine Herausforderung sei das vor allem dann, wenn in den Familien kein Deutsch gesprochen wird. Das sei, so die Zahlen der Stadt, im Weidenbächle bei 56 Prozent der Kinder der Fall, in der Schatzinsel bei 31 Prozent. "Es ist erstaunlich, dass wir einen so hohen Migrantenanteil haben", sagte Markus Esterle. Die Förderung dieser Kinder sei ein wichtiges Ziel. Das Weidenbächle wird weiterhin vom Bundesprogramm "Sprach-Kitas" gefördert. Etwa 5000 Euro können die Verantwortlichen auch in diesem Jahr für eine zusätzliche Fachkraft im Bereich sprachliche Bildung ausgeben.
  • Gemischte Gruppe in Langenschiltach: Der Kindergarten in Langenschiltach wird die bisherige Gruppe ab September in eine altersgemischte Gruppe umwandeln. Daraus würde sich ein Mehraufwand pro Jahr von knapp 12 000 Euro ergeben. Um diesen Mehraufwand zu reduzieren, wurde beschlossen, die Kooperation mit dem Bildungshaus der Rupertsbergschule einzustellen. So betragen die Mehrkosten dann nur noch knapp 5000 Euro.
  • Gemeinderat kritisiert: "Ich halte den Weg der Einsparungen für falsch", sagte Oliver Freischlader (SPD) in Bezug auf die Langenschiltacher Pläne. Er werde dafür stimmen, dass die Kooperation mit dem Bildungshaus bestehen bleibe. Ähnlich äußerte sich auch Guido Santalucia (SPD). Sie drängten darauf, dass über diesen Punkt in der Kindergartenbedarfsplanung gesondert abgestimmt wurde. Sie wollten zwar der Planung an sich zustimmen, der Aufkündigung der Kooperation mit dem Bildungshaus hingegen nicht. In der Abstimmung enthielten sich fast alle der Gemeinderäte ihrer Stimme. Nur vier Mitglieder hoben ihre Hand, was ausreichte, um einen Beschluss zu fassen.