Als Michael Bitzer am Mittwochabend im Rahmen der Bürgerfragestunde an das Mikrofon im Großen Rathaussaal tritt, hören ihm nicht nur die Räte sondern auch der gesamte Zuschauerraum gespannt zu. Gut zehn Anwohner rund um das neu geplante Baugebiet Glashöfe sind zur Sitzung des Gemeinderats gekommen. Sie hatten Fragen, sie hatten Bedenken und sie wollten nicht unbedingt eine Lösung, aber sie wollten zumindest gehört werden.

Die größten Sorgenpunkte sind: Eine Ringstraße, die für mehr Verkehr sorgen könnte, mehr Reihenhäuser, als in einem ersten Entwurf geplant waren, eine ungeklärte Schneeräumsituation und ein Fußweg durch das Wohngebiet, der nun nicht mehr in der Planung auftaucht.

Bürgermeister Michael Rieger kennt die Sorgen, zahlreiche E-Mails haben ihn diesbezüglich bereits erreicht. Er verspricht, die Bedenken ernstzunehmen, appelliert aber gleichzeitig: „Sie haben auch selber einmal gebaut, Sie wissen, dass es nicht immer leicht ist, was zu finden.“

Und dann erklärt Bernd Fahle vom Freiburger Büro FSP Stadtplanung eine Stunde lang, was alles hinter der Planung ebenjenes Baugebiets steckt: „Wir haben ein Jahr daran gearbeitet.“ Er erläutert, welche Vorgaben das Regierungspräsidium macht und welche Wünsche die Anwohner hatten und wie beides nicht immer miteinander zu vereinbaren ist: „Im ersten Entwurf waren wenig Reihenhäuser, dafür viele Einfamilienhäuser vorgesehen.“ So wie die Anwohner das wollten. Dann habe das Regierungspräsidium – als oberste Raumordnungsbehörde – auf mehr Verdichtung gedrängt. „Wir sollten möglichst Bauweisen wie Doppel-, Reihenhäuser oder Geschosswohnungen planen.“

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Geplant sind auf dem Gebiet sieben Gebäudezeilen, die sich – ähnlich wie beim Baugebiet nebenan – den Berg hinunter staffeln. Aktuell sieht der Entwurf 25 Einfamilienhäuser sowie eine Reihe Reihenhäuser und eine Reihe Doppelhäuser vor. Dazu kommen drei Erschließungsstraßen. Und mit diesen auch gleich das nächste Problem.

Wegen der besseren Rettungswege hatte sich die Feuerwehr der Bergstadt dafür ausgesprochen, beide Stichstraßen zu verbinden. Also genau das, was die Anwohner nicht wollen. Die befürchten durch eine Verbindung nämlich mehr Verkehr in dem eh schon verschlungenen Wohngebiet. Fahle hält dagegen: „Die Geschwindigkeitsbeschränkung wird die Straße für einen Schleichweg unattraktiv machen.“

Was nun den anderen Weg anbelangt, den Fußweg, den hatte man aus der Planung geworfen, weil er zu steil geworden wäre, sagt Fahle.

Nun kann ein steiler Fußweg vielleicht einen Planer aus Freiburg abschrecken, aber nicht die Bewohner der Bergstadt. „Wir haben viele steile Straßen“, sagt Hans-Peter Rieckmann (FW). „So ein Weg könnte schon gemacht werden. Das sollte man nochmals prüfen.“

Und damit war auch die Diskussion im Gremium angelangt. Neben den bereits genannten Streitpunkten brachte Hansjörg Staiger (SPD) dann noch ein weiteres Thema an: Die geplanten Bauabschnitte gefielen ihm nicht. Um nicht zu sagen, er habe damit ein „Riesenproblem“. Seiner Meinung nach sollte man mit der Bebauung oben anfangen – nicht wie geplant unten. Auch das wird nun noch einmal geprüft werden.

Am Ende wurde die die Offenlage des Bebauungsplans trotz aller Diskussionen mehrheitlich beschlossen. Allein die Grünen stimmten geschlossen dagegen. Der Entwurf wird nun sechs Wochen, vom 26. Juli bis zum 8. September, im Rathaus ausliegen. Und jeder, der wie Michael Bitzer seine Bedenken äußern will, hat dann die Chance dazu.