Das Hotelprojekt der Familie Papst ist in der Umsetzungsphase. "Wir bauen, die Baustelle brummt", sagte Architekt Wulf Wössner diese Woche. Die Genehmigungsphase sei abgeschlossen, das Projekt im Zeitplan. Derzeit wird das Hauptgebäude entkernt und in den Rohbau-Zustand zurückversetzt. Parallel dazu wird die "absolut gute Bausubstanz" durch technische Maßnahmen vor dem Innenausbau verbessert: auch mit Blick auf neue Vorschriften. "Heute müssen wir auch den Aspekt Erdbebensicherheit berücksichtigen", ergänzte Constantin Papst von der Investorenfamilie.

Wössner sieht in dem zwischen den 1920ern und 1960ern mehrmals in Höhe und Breite erweiterten Fabrikgebäude vier statisch betrachtet unterschiedliche Bauabschnitte. Das hat Konsequenzen für den Abbruch der zwei an der Bahnhofstraße gelegenen Gebäude. Dieser erfolgt erst im Januar, weil eines der Gebäude statisch relevante Verbindungen zum Hauptgebäude aufweist. Letzteres muss vor dem Abriss erst statisch verstärkt werden. Der Abriss über zwei bis drei Monate soll sich laut Wössner unspektakulär entwickeln.

Das Material werde vor Ort geshreddert und später auf der Baustelle verbaut. Eventuell bleibe die Bahnhofstraße während des Abrisses halbseitig gesperrt. Einvernehmlich habe sich der Auszug der Mieter gestaltet. Papst dankte den beiden Familien für ihr Verständnis und der Stadt für die Vermittlung neuer Wohnungen.

Noch im Winter beginnt der Innenausbau. Zumindest frostfrei gehalten wird das Gebäude, weil die bestehenden Fenster noch nicht ausgebaut werden und eine bestehende Gasheizung wieder in Betrieb genommen wird. Über flexible Leitungen werde genau dort geheizt, wo gearbeitet wird. Eine separate Bauheizung wäre teurer gekommen.

Den Eröffnungstermin von Hotel, Restaurant und Lofts setzt die Famile Papst vorsichtig auf Frühjahr 2018 an. "Für die Lofts gibt es eine Interessentenliste", gab Constantin Papst einen Zwischenstand. Mietasprianten werden im Frühjahr 2017 kontaktiert. Die Industrie freue sich weitere Gäste unterbringen zu können und die Bereicherung der Gastronomieszene werde allgemein begrüßt, so Papst weiter. Beim Hotel- und Restaurantbetrieb sind weitere Bewerbungen ausdrücklich erwünscht. Gesucht wird idealerweise ein Paar, das sich die Verantwortung für Hotel und Küche teilt. Ein Bezug zu St. Georgen wäre dabei das i-Tüpfelchen.

Das Tobias-Bäuerle-Areal wurde von den Familien Doris, Benjamin, Contantin und Daniel Papst erworben. Das ehemalige Hauptgebäude soll ein 44-Zimmer-Hotel der Kategorie Drei-Sterne-Plus, ein Restaurant mit Terrasse, Café und Tagungsräume beherbergen. In den oberen Stockwerken enstehen fünf Lofts. Eine Parkgarage und Stellplätze stehen Gästen und Mietern zu Verfügung. Dem Projekt winken Zuschüsse aus der Stadtkernsanierung.