Der Ferienland-Verbund steckt in einer Krise. Damit steht auch die touristische Vermarktung der Stadt St. Georgen vor einer großen Veränderung. Die Stadt Furtwangen möchte den Ferienland-Verbund verlassen und verhandelt mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Ebenfalls wurde bekannt, dass Ferienland-Geschäftsführer Julian Schmitz zum Jahresende aufhören wird. Die Mitglieder des Ferienlands, mehrheitlich Gastgeber, haben sich in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung jüngst mit einer knappen Mehrheit ebenfalls dafür ausgesprochen, sich Richtung Hochschwarzwald zu orientieren.

Eine Möglichkeit, die sich St. Georgen bietet, ist ein Verbleib in einem Ferienland 2.0, also einem Verbund, der sich wieder auf die Aufgaben Marketing und Vertrieb konzentriert. Weitere Optionen wären auch, sich ebenfalls in Richtung des Hochschwarzwald-Verbunds zu orientieren oder sich touristisch künftig wieder selbst zu vermarkten. Die Hochschwarzwald Tourismus GmbH umfasst heute 16 Kommunen und hat rund 100 Mitarbeiter. Sie hat ihren Sitz in Hinterzarten. Der St. Georgener Gemeinderat möchte darüber in seiner Sitzung am Mittwoch, 27. Oktober, öffentlich beraten. In einer nichtöffentlichen Sitzung haben sich die Gemeinderatsmitglieder und Verwaltung darüber bereits ausgetauscht.

Bürgermeister Michael Rieger sagt auf SÜDKURIER-Anfrage: "Alleine kann die Stadt St. Georgen den Tourismus in der bisherigen Qualität und im bisherigen Umfang nicht schultern." Er könne aber vor der Gemeinderatssitzung in knapp zwei Wochen nichts Konkretes sagen. "Bevor wir beraten und endgültig beschließen, habe ich mit dem Gemeinderat entschieden, dass wir nochmals mit den St. Georgener Gastgebern ins Gespräch kommen." Man dürfe nicht vergessen, dass in Sachen Tourismus in den vergangenen Jahren viel geleistet wurde. Aus diesem Grund gelte es in der aktuellen Situation, "viel und lange abzuwägen". Es werde in St. Georgen ein sehr ansprechendes Niveau geboten. Es gelte zu entscheiden, was nach bestem Wissen und Gewissen die beste Lösung für die Gastgeber und die Stadt sei.

Die Stadt St. Georgen war mit der touristischen Vermarktung durch den Ferienland-Verbund sehr zufrieden. Das war zuletzt auch bei der Vorstellung der Übernachtungs- und Ankunftszahlen durch Geschäftsführer Julian Schmitz bei der Gemeinderatssitzung im Mai zu spüren. Diese Zahlen steigen seit einigen Jahren. Auch für die Zukunft ist die Stadt unter anderem durch den Neubau des Hotels Federwerk gut gerüstet. Dadurch wird sich die Bettenanzahl deutlich erhöhen.