Das gute Phonomöbel hatte seine pneumatische Wehwehchen und war 2016 zur "Kur" nach Waldkirch geschickt worden.

Jetzt, nach fast einem Jahr, winkt das Ende des Krankenstands. Jürgen Weißer und Helmut Mellert vom Arbeitskreis Phonomuseum sind am gestrigen Freitag nach Waldkirch gefahren, um in das Instrument einen neuen Motor einzubauen, den sie über die Firma Motorenmaier in Schwenningen bezogen hatten. "Wir mussten einen Ersatzmotor nehmen, der alte ließ sich nicht reparieren", sagte Jürgen Weißer. Ist das Instrument dann funktionstüchtig, wird es in der traditionsreichen Orgelbauer-Firma Fleck & Söhne gestimmt und für den Heimtransport vorbereitet.

In ein paar Wochen, sicher aber noch im April, werde das Welte-Premiumprodukt wieder auf dem angestammten Platz im Phonomueum stehen, freut sich Weißer. Für die Reparatur komme die Stadt auf, erläuterte der Phono-Enthuasiast. Der tönende Rekonvaleszent wird dann in einer kleinen Wiedereröffnung im Museum im Mittelpunkt stehen. Ein Termin steht nicht fest, jedoch das Programm: "Wir haben jede Menge Notenrollen, die abgespielt werden können."

Damit kommt Weißer auf die Raffinesse dieses Urahnen heutiger MP3-Player oder anderer Musikkonserven zu sprechen: Der in Freiburg ansässige Firma Welte gelang es, ein Wiedergabe zu entwickeln, das die Authentiziät von Einspielungen revolutionierte. So war es am Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals möglich, das einmal eingespielte Spiel eines Pianisten inklusive der Anschlagsdynamik weitestgehend originalgetreu wiederzugeben. Ein Wunderwerk, das auch heute noch staunen lässt. Damals war es damals sündhaft teuer und nur den den Reichen vorbehalten. Im Phonomuseum wird es bald wieder für alle spielen.

jens.wursthorn@suedkurier