Beim Trachtenmusikverein Langenschlitach gehört das Weihnachtskonzert in der evangelischen Kirche zum festen Bestandteil. Am Samstag, 22. Dezember, wird es wieder soweit sein.

Auf die Frage, seit wann es das Konzert gegeben wird, kommt von den meisten Musikerinnen und Musikern ein Schulterzucken. Denn die Veranstaltung gibt es wesentlich länger, als die heutigen Mitglieder der Trachtenkapelle alt sind. Schon Monate vor dem Konzerttermin stellt Dirigent Michael Peter seine angebotenen Stücke vor. Er ist auch bereit, die Kapelle an die Grenzen der Leistungsfähigkeit zu führen. Seine elegante Art des Dirigierens und Erklärens hält die Konzentration und Spannung im Orchester hoch.

Momentan ist Karl Zuckschwerdt der dienstälteste Musiker im Orchester. Er erinnert sich noch recht genau, wie damals alles angefangen hat. Als er zwölf Jahre alt war, bekam die Familie Zuckschwerdt Besuch von Orchestermitgliedern und die fragten, ob der kleine Karl nicht ein Instrument lernen wolle. Musik spielte in der Familie Zuckschwerdt immer eine große Rolle, der Vater sang im Kirchenchor. Mutter und Vater gaben ihr Einverständnis. Fortan wurde Karl Zuckschwerdt vom damaligen Dirigenten Siegfried Weißer im Musikhäusle an der Posaune ausgebildet. Weißer wohnte über dem Übungsraum und brauchte nur die Treppe heruntergehen, die Jugendlichen kamen zu Fuß.

Karl Zuckschwerdt ist derzeit der Musiker mit längster Zugehörigkeit im Langenschiltacher Orchester. Bild: Werner Müller
Karl Zuckschwerdt ist derzeit der Musiker mit längster Zugehörigkeit im Langenschiltacher Orchester. | Bild: Werner Mueller

Noch heute erinnert sich Karl Zuckschwerdt: "Da wurde nicht lange gefackelt, so schnell warst du dabei." Mit 13, 14 Jahren saß er schon in der Hauptkapelle – "ein besonderes Gefühl", sagt Zuckschwerdt heute. Die Kameraden brauchten verlässliche Musiker. "Ich erinnere mich, als ich 15 bis 16 Jahre alt war, haben etliche Musiker den Austritt erklärt. Da war es plötzlich etwas eng im Gefüge der Kapelle. Selbst während meiner Lehrzeit habe ich nicht aufgehört zu spielen."

Zuckschwerdt spielt auch in der damaligen Dual-Big-Band, die in St. Georgen sehr bekannt war. Siegfried Weißer war deren musikalischer Leiter, ihm folgte 1976 sein Bruder Gerd als Dirigent. Im selben Jahr reiste die "Oberab Musik", in der Karl Zuckschwerdt ebenfalls tätig war, auf Empfehlung des damaligen Gautrachten-Vorsitzenden Weber-Benzing aus Schwenningen vier Wochen in die USA: "Eine Woche Auftritte in Washington D.C., danach ging es nach Philadelphia und Indianapolis weiter. Damals war ich 20 Jahre alt – ein riesen Erlebnis für alle Beteiligten", erinnert sich Zuckschwerdt.

Bei der Bundeswehr spielte er in Ulm in einem Musikzug und lernte bei Gelöbnissen viele Kasernen kennen. "An besonderen Tagen spielten wir in Altersheimen." Später wechselte Karl Zuckschwerdt auf das Tenorhorn, war Inventarverwalter und zehn Jahre lang Vorsitzender. "Seit acht oder neun Jahren spiele ich wieder Posaune und will bei diesem Instrument bleiben", so Zuckschwerdt. "Ich spiele gerne tiefes Blech."