Immer mehr Einsätze, immer höhere technische ­Anforderungen. Die 140 Einsatzkräfte der Feuerwehr St. Georgen sind vielfältig und oft gefragt. In seinem Jahresbericht vor dem Gemeinderat hat Kommandant Christoph Kleiner über die Lage und Herausforderungen der Feuerwehr gesprochen.

  • Bereits jetzt mehr Einsätze: Waren es im Jahr 2016 insgesamt 104 Einsätze, stieg die Zahl in 2017 auf 148. Stand jetzt, Ende November, sind die Wehrleute schon 149 Mal im laufenden Jahr ausgerückt. Besonders deutlich zugenommen hat die Anzahl der Wasserversorgungsfahrten im Außenbereich. Auslöser hierfür war die lange Trockenheit im Sommer. „Die aktuellen Niederschläge sind immer noch zu gering. Deshalb wird es noch dauern, bis sich der Wasserhaushalt wieder einpendelt“, so Kleiner. Zurückgegangen ist hingegen die Anzahl der Fehlalarme von Brandmeldeanlagen. Besonders diese Anzahl hatte im Vorjahr die Einsatzzahlen nach oben getrieben.
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  • Drehleiter in Sammelbeschaffung: Die Drehleiter der Feuerwehr St. Georgen aus dem Jahr 1998 ist in die Jahre gekommen und muss neu beschafft werden. Eine Großinvestition, denn bei einem Kauf ist mit gut 700 000 Euro zu rechnen. Aus diesem Grund sollen landkreisweit in einer Sammelbestellung gleich fünf Stück beschafft werden. So besteht die Aussicht auf höhere Förderquoten und letztlich einen besseren Preis. Die St. Georgener Wehr, in dieser Sache federführen, weil sie die neue Drehleiter am dringendsten benötigt, kommt hier allerdings nicht voran.
  • VS-Wehr bremst bei Anschaffung: Auslöser für die stockenden Verhandlungen zum Kauf einer Drehleiter ist die Führungslosigkeit der Feuerwehr der Stadt Villingen-Schwenningen. „Das hat uns tatsächlich in den Planungen behindert und ist uns ein Klotz am Bein“, sagte Christoph Kleiner auf eine Nachfrage von CDU-Rat Manfred Scherer. Nach der überraschenden Kündigung des Kommandanten im Mai gab es für Verhandlungen lange keinen Ansprechpartner in Sachen Drehleiter-Kauf. Erst jetzt, so wurde diese Woche bekannt, ist für die Doppelstadt mit Ralf Hofmann offenbar ein Nachfolger gefunden ­worden.
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  • Abteilung stärken: Ein Augenmerk legte Kleiner in seinem Bericht auch auf die Ausstattung der Abteilung Peterzell/Stockburg. „Wir haben dort ein stark wachsendes Gewerbegebiet und wollen die Abteilung stärken“, sagte Kleiner. Dies sei mit der Fusion zwischen Peterzell und Stockburg bereits geschehen, solle aber ausgebaut werden. Ein Aspekt: Das sehr alte Tragkraftspritzenfahrzeug, das bald 37 Jahre alt ist, soll ersetzt werden. Die Kosten hierfür sind mit 150 000 Euro in den Haushaltsplan eingerechnet.
  • Nachwuchssituation erfreulich: In Summe gehören der Jugendfeuerwehr 50 Mitglieder an, aufgeteilt auf die Gruppen St. Georgen und Peterzell. Momentan muss die Neuaufnahme in die Kindergruppe sogar gedrosselt werden. „Momentan muss ich da bremsen, weil wir die Quote von Betreuern pro Kinder sonst nicht halten können“, sagt Christoph Kleiner.
  • Entschädigungen: Neu geregelt hat der Gemeinderat auch die Entschädigung für die Mitglieder der Feuerwehr. Bislang hatte die Stadt keine Feuerwehr-Entschädigungssatzung. Die Stundensätze, je nach Einsatzart, wurden neu festgelegt und leicht angehoben. Neu ist auch, dass Feuerwehr-Mitglieder, die über das normale Maß hinaus im Einsatz sind, zusätzlich entschädigt werden. Insgesamt gibt die Stadt hierfür jährlich 7500 Euro in die Hand. Entschädigung werden der Gesamtwehr-Kommandant (2200 Euro), die fünf Gerätewarte (zusammen 2500), der stellvertretende Kommandant (800 Euro), die Abteilungskommandanten (500) und der Jugendfeuerwehrwart. Alle Mitglieder der St.Georgener Feuerwehr bekommen auf Antrag bei der Stadt eine kostenlose Jahreskarte für das Hallenbad.