Man ist enger zusammengerückt bei der katholischen Kirchengemeinde in St. Georgen. Nicht, dass es dort in den Räumlichkeiten an Platz mangelte, es ist die Zeit des Umbruchs, die derzeit den Seelsorgern einiges abverlangt. Seit Pfarrer Paul Dieter Auer im Juli verabscheidet wurde, hat zwar Kooperator Christian Hess dessen Aufgaben übernommen, dies aber nur bis Ende November dieses Jahres.

Auf die Zeit danach blickt Pastoralreferent Benedikt Müller mit gemischten Gefühlen. „Da gibt es noch viele Fragezeichen. Alleine die Vorstellung, Weihnachten ohne einen Pfarrer zu feiern, wäre für viele ungewohnt“, sagt er.

Acht Seelsorgeeinheiten ohne leitenden Pfarrer

Dennoch bleibe er zuversichtlich und hoffe auf „positive Nachrichten“ vom Erzbistum Freiburg, das für die Besetzung der Pfarrerstelle verantwortlich ist. Dort zeigt sich auch, dass die katholische Kirchengemeinde St. Georgen-Tennenbronn mit diesem Problem nicht alleine ist. Derzeit stehen nämlich acht von de insgesamt 224 Seelsorgeeinheiten im Gebiet des Erzbistums Freiburg ohne leitenden Pfarrer da.

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Und eine Entsendung eines Pfarrers aus einem anderen Bistum, wie es etwa bei den evangelischen Landeskirchen öfter vorkommt, hält Pastoralreferent Müller für „sehr unwahrscheinlich“. Auf frohe Kunde aus Freiburg zu warten, scheint im Moment die einzige Option für die hiesigen Katholiken zu sein.

Kirchengemeinden rücken näher zusammen

Neben dem fehlenden Pfarrer machten aber auch die großen Entwicklungen und Diskussionen bei der Katholischen Kirche vor der St. Georgener Kirchengemeinde nicht Halt, wie Müller sagt. „Größere Fälle wie die Missbrauchsskandale machen sich natürlich auch hier bemerkbar, da kann man auch verstehen, wenn sich die Leute abwenden.“

Mitgliederschwund ist aber nicht, was die Katholiken in der Bergstadt alleine betrifft, der macht sich auch in der evangelischen Kirchengemeinde bemerkbar. Und auch dort fehlt nach dem Abschied des Pfarrerehepaars Susanne und Friedemann Fritsch ein Nachfolger. Das führe dazu, dass die beiden Kirchengemeinden zusehends näher zusammenrücken: „Bei der Zusammenarbeit schaut man jetzt öfter, was man auch gemeinsam machen kann“, sagt Müller. „Die Frage, was jetzt evangelisch oder katholisch ist, werden die Leute in Zukunft wohl immer weniger stellen.“