Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg für eine Ansiedlung der Firma Wahl auf dem Grässlin-Areal bereitet. Das Gremium stimmte über die Aufstellung des Bebauungsplans ab. Zudem stellten die beiden Wahl-Geschäftsführer, Stephen Gunson und Jörg Burger, in einer Präsentation ihr Unternehmen, ihre Pläne und Ziele vor.

Die Produktionshalle soll künftig rund 9000 Quadratmeter fassen, hinzu kommt ein Bürotrakt, der nochmals über 3000 Quadratmeter Nutzungsfläche hat. "Wir hatten in Unterkirnach keinen Platz mehr zum Expandieren, die Produktionsflächen und Büros waren voll", sagte Stephen Gunson, Area President. Zudem habe man in Unterkirnach bereits vier Standorte betrieben. Die Kommunikationswege und Materialflüsse seien aus diesem Grund erschwert gewesen. "Wir erhoffen uns in St. Georgen eine wesentlich verbesserte Kommunikation, insbesondere in und mit der Entwicklungsabteilung", so Gunson weiter. Man wolle ein Vorzeigewerk für die Wahl Clipper Corporation errichten, die ein Familienunternehmen sei. Die Halle möchte man bis Ende 2020 gebaut haben, die Büros sollen in einem weiteren Schritt bis Mitte 2021 folgen.

Nach einem ersten Entwurf soll die Halle parallel zur Bundesstraße gebaut werden, sie stünde, rein von der Ausrichtung her, an einer vergleichbaren Stelle wie das heutige Grässlin-Gebäude. Das alte Grässlin-Gebäude muss für den Neubau weichen. Das Bürogebäude und die Parkplätze sollen eher im hinteren Bereich errichtet werden. Durch diese Anordnung wolle man sicherstellen, dass die Mitarbeiter in den Büros in einer angenehmen Atmosphäre arbeiten können. Das sei in Unterkirnach besonders schön gewesen, weil man in der Nähe der Natur angesiedelt ist.

Als besonders kritischen Punkt sah man in Unterkirnach die Parkplatz-Situation. "Die Parkplätze waren ein großes Thema", so Stephen Gunson. Die Umsetzung sei in Unterkirnach nicht möglich gewesen. Dort war geplant, ein Parkhaus zu errichten. Das aber wäre sehr kostspielig gewesen und hätte weiteren Raum für Erweiterungen genommen.

Bürgermeister Michael Rieger und die Sprecher der Gemeinderatsfraktionen signalisierten allesamt, dass sie froh und stolz darüber sind, dass Wahl sich für den Standort St. Georgen entschieden hat. Die Ansiedlung sei für den Wirtschaftsstandort St. Georgen sehr erfreulich, so Bürgermeister Michael Rieger. "Wir sichern ihnen große Unterstützung aus der Verwaltung zu", so Rieger. Man wolle zudem alles daran setzen, das Bebauungsplanverfahren schlank zu halten, um den Umzug zeitnah möglich zu machen. Rieger betonte, dass es sich bei dem Grundstück um eine Fläche in einer 1A-Lage handle. Sie liege direkt an der Bundesstraße und werde noch attraktiver, wenn die Erweiterung der Ringzug-Strecke umgesetzt wurde.

Joachim Kleiner (FW) betonte, dass er stolz sei, dass Wahl nach St. Georgen komme. Und weiter. "Wir werden alles dafür tun, dass sie so bald wie möglich bauen können." Ähnlich äußerte sich auch Constantin Papst (CDU). Wahl sei eine sehr gute Ergänzung für den Wirtschaftsstandort. "Die Ansiedlung ist mehr als ein Trostpflaster für die traurige Entwicklung bei Grässlin", so Papst. Oliver Freischlader (SPD) sagte: "Wir sind ein fairer und loyaler Partner." Jochen Bäsch (FDP) sprach von einer "Win-win-Situation".

Laut Bauamtsleiter Alexander Tröndle werde das Bebauungsplanverfahren beschleunigt möglich sein. Man werde eine Infoveranstaltung zum Thema anbieten. Dadurch spare man zeit, weil im Rahmen des Verfahrens dann keine zwei Auslegungen des Bebauungsplans notwendig sind.