St. Georgen – Mit Worten statt mit Sportwaffen scharf geschossen wurde bei der Hauptversammlung der Schützengilde. Vorsitzender Manfred Schröder machte seinem Unmut darüber Luft, dass er für seine Arbeit in den vergangenen dreieinhalb Jahren stark kritisiert wurde. Bei den anschließenden Wahlen wurde er dennoch einstimmig im Amt bestätigt.

Was läuft quer bei den St. Georgener Schützen? Gleich zu Beginn der Hauptversammlung im Schützenhaus ergriff Vizevorsitzender Clemens Haas das Wort und stärkte dem Oberschützenmeister den Rücken. Er appellierte an die Mitglieder, im Sinne des Gemeinwohls zu handeln und rief dazu auf, an einem Strang zu ziehen. "Nur gemeinsam geht es", sagte Haas. Manfred Schröder sei kein Alleingänger, Vorhaben, die Schröder in der Vergangenheit getroffen habe, insbesondere in Bezug auf Investitionen, seien mit dem Vizevorsitzenden abgesprochen gewesen. Konkret ging es um den Vorwurf, Schröder würde Geld für Dinge ausgeben, die von einigen Mitgliedern als unnötig erachtet würden, während gleichzeitig aufgrund von Sparzwang das Schießtraining nur eingeschränkt möglich sei. Manfred Schröder bezog ebenfalls deutlich Stellung. Vor dreieinhalb Jahren habe die Schützengilde vor der Auflösung gestanden. Gemeinsam mit Clemens Haas habe er die Vereinsführung übernommen, in festem Glauben, von den Mitgliedern unterstützt zu werden. "Ich bin besonders von den alten Mitgliedern enttäuscht, weil die zugesagte Unterstützung ausgeblieben ist." Man habe Schröder zeitweise sogar Unfähigkeit im Amt vorgeworfen. Die Sportschützen hätten mit Vereinswechsel gedroht, weil sie nicht drei Mal pro Woche am Schießstand trainieren könnten. Schröder argumentierte, die derzeit eingeschränkten Trainingszeiten mit den geringen Einnahmen, die in keinem Verhältnis zu den Ausgaben stünden. Die Zeiten, in denen die Einnahmen sprudelten, seien vorbei, wie Schröder, der auch das Amt des Kassenwarts innehat, in einem Rückblick auf die finanzielle Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte aufzeigte. Da der Verein auch zu wenig Freiwillige hat, die das Schützenhaus am Seilerberg bewirten, musste das Schützenhaus im vergangenen Jahr sogar sechs Wochen komplett geschlossen werden. Künftig soll der Fokus wieder mehr auf die Vermietung der Räumlichkeiten für Vereins- und Familienfeiern gerichtet werden.

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Bevor der Wahlgang des ersten Vorsitzenden stattfand, machte Schröder deutlich, dass er als, sofern er wieder gewählt werde, seinen Kurs weiterfahren werde. "Es wird sich einiges ändern müssen in Bezug auf die vergangenen Wochen und Monate."

Neben Schröder als Vorsitzenden und Kassierer wurde Melanie Schröder zur neuen Schriftführerin gewählt. Beisitzer sind künftig Thomas Jäkle, Volker Heinz und Hans Fleig.