Es ist ein Handgriff, der so gut eingeübt ist, dass er selbst früh morgens nach dem ersten Weckerklingeln auf Anhieb funktioniert. Smartphone entsperren, Suchmaschine öffnen und rasch eintippen: "Wetter 78112". Normalerweise schaue ich nur, ob ich einen Regenschirm mitnehmen muss.

In dieser Woche versteckt sich allerdings ganz am Ende der Wochentage eine handfeste Überraschung. Denn die Wetterfrösche scheinen sich vorsichtig festgelegt zu haben: Am kommenden Sonntag soll es bei plus vier bis minus zwei Grad bei uns in der Bergstadt den ersten Schnee geben. Wahrscheinlich reicht das, was da runterkommen wird, kaum für eine geschlossene Schneedecke. Schön ist es trotzdem. Und vielleicht reicht es ja dann auch schon für den ein oder anderen Schneeball.

Juhu! John Davis, Tiago und Jeremy aus dem Saarland verbringen ihre Ferien derzeit im Schwarzwald und haben aus Schnee eine Rutschbahn gebaut.
Juhu! John Davis, Tiago und Jeremy aus dem Saarland verbringen ihre Ferien derzeit im Schwarzwald und haben aus Schnee eine Rutschbahn gebaut. | Bild: Sprich, Roland

Damit sind wir 2018 übrigens genau drei Tage früher dran als im vergangenen Jahr. Denn am Reformationstag vor einem Jahr fielen mit Beginn der Dämmerung die ersten dicken Frau-Holle-Flocken aus den Wolken. Liegen geblieben ist die weiße Pracht damals noch nicht. Und dennoch haben sie die Vorfreude auf den Winter geweckt. Denn wenn der goldene Oktober in den November übergeht, der meist alles andere als golden, sondern eher graubraun und trüb ist, dann ist der Übergang zum Winter nur noch halb so schlimm.

Ein Regionalexpress der Schwarzwaldbahn wirbelt bei St. Georgen den frisch gefallenen Pulverschnee auf. Im Hintergrund ist die Lorenzkirche der Bergstadt zu sehen.
Ein Regionalexpress der Schwarzwaldbahn wirbelt bei St. Georgen den frisch gefallenen Pulverschnee auf. Im Hintergrund ist die Lorenzkirche der Bergstadt zu sehen. | Bild: Rodgers, Kevin

Bleibt zu hoffen, dass uns wieder ein richtig schöner, knackig-kalter Schwarzwaldwinter bevorsteht. So, wie er auf vielen alten Fotos zu sehen ist. Es gibt Aufnahmen aus der Gerwigstraße mit mannshohen Schneebergen und nur einer schmalen Spur für Fußgänger auf der Straße. Ich hingegen freue mich schon auf das Rauschen meiner Ski auf den Pisten in Oberkirnach, auf Glühwein und Punsch, Hildabrötchen von Oma (die einzig wahren), das ein oder andere Raclette und das Schlendern über die Weihnachtsmärkte. Und dann wäre da ja noch die elende Plackerei mit dem Schneeräumen, die glatten Straßen und die ewige Dunkelheit. Aber darüber kann man ja dann immer noch schimpfen, wenn es soweit ist.

Am Kesselberglift ist im Winter Hochbetrieb angesagt.
Am Kesselberglift ist im Winter Hochbetrieb angesagt. | Bild: Rodgers, Kevin