Eine Familie aus München zeigte sich gestern begeistert vom Heimatmuseum Schwarzes Tor. Die engen Holztreppen knarrten und die dunklen Wände in den kleinen Räumen erinnerten mit Bildern und Uhren samt der ganzen Einrichtung an längst vergangene Zeiten.

Der Museums-Experte Otto Rapp, der in dem ehemaligen Bauernhof auch als Hausmeister fungiert, freute sich riesig über das große Interesse der Eheleute Annette Günther und Hans Hoos mit ihren wissbegierigen Kindern. „Wir machen gerade Urlaub hier“, verriet die vierfache Mutter, die in St. Georgen im ehemaligen Krankenhaus auf die Welt kam und die sich stolz als gebürtige Bergstädterin outete.

Otto Rapp präsentierte sich bei der Führung als lebendiges Geschichtslexikon mit pädagogischem Geschick. Er hatte alle Jahreszahlen im Kopf und erklärte den neugierigen Jugendlichen so manches, was ihre Eltern schon wussten. Von der Küche mit dem schwarzen Rauchfang, in dem Speck und Würste hingen, ging es ins Wohnzimmer mit dem alten Kachelofen. „Hier gibt es keinen Herrgottswinkel, weil St. Georgen früher evangelisch war“, deutete Rapp in die Ecke über dem Tisch.

„Dafür haben wir eine Lutherbibel und ein Andachtsbuch“, freute er sich. Auch ein Bild mit dem Haussegen hing an der Wand und hinter dem Ofen lagerten Schulranzen mit Schiefertafeln und Griffeln, die von den Erstklässlern noch bis vor rund 60 Jahren benutzt wurden. In vielen Räumen wurden die Besucher an das Märchen vom Dornröschen erinnert, denn Spindeln und Spinnräder standen überall herum. „Die Mädchen lernten flechten, spinnen und weben und wenn sie erwachsen waren, machten sie Heimarbeit, während Männer für die Uhren zuständig waren“, erfuhr die bayerische Familie. Neben dem Himmelbett führte Otto Rapp sogar „sprechende“ Uhren vor.

Noch interessanter wurde es im Trachtenzimmer und im Handwerkerraum. Auf dem Speicher konnte der Kinderwebstuhl bewundert werden und der historische Keller wurde bei der zweistündigen Führung auch nicht vergessen.