Nach dem Schulabschluss ins Ausland reisen oder sich sozial engagieren – für Anne Habermeier ist dies keine Frage von entweder oder. Sie verbindet beides und nimmt im Rahmen eines Weltwärts-Freiwilligendienstes an einem sozialen Projekt in Afrika teil. Mitte September reist die junge Frau aus Langenschiltach für neun Monate nach Ghana und unterstützt die Menschen dort im Bereich Kinderbetreuung.

„Fremde Kulturen kennenlernen finde ich sehr spannend und soziales Engagement halte ich für wichtig“, erzählt die 19-Jährige, die im vergangenen Jahr ihr Abitur am Thomas-Strittmatter-Gymnasium St. Georgen machte und derzeit ein freiwilliges soziales Jahr bei der evangelischen Altenhilfe im Lorenzhaus leistet. Bei der Suche nach einem geeigneten Projekt, das Auslandsaufenthalt und soziales Engagement vereint, stieß Anne Habermeier auf den Verein Nima.

„Nima ist der ärmste Stadtteil der ghanaischen Hauptstadt Accra“, erklärt Habermeier. Dort wird die 19-Jährige in einer Kindertagesstätte arbeiten und insbesondere Kleinkinder von benachteiligten Familien betreuen. Dabei wird sie als Unterstützung der dortigen Erzieherinnen tätig sein.

Die anderen Erzieherinnen an ihrer Seite sind vor allem auch wegen der Verständigung wichtig. „Die Amtssprache ist zwar englisch. Aber die meisten kleinen Kinder sprechen noch kein Englisch, dann würde es schwierig wegen der Verständigung.“

Die Arbeit mit kleinen Kindern dort unterscheidet sich von deutschen Kindertagesstätten. „Die Kinder tragen bereits alle eine Art Schuluniform. Und jeden Morgen wird die Nationalhymne gesungen.“ Auch werden die etwas größeren Kindergartenkinder bereits einfache Rechenaufgaben lösen und das ABC lernen, während die Kleinsten noch unbeschwert spielen dürfen. Auch bei der Ausgabe des Mittagessens wird Anne Habermeier mithelfen.

Die Arbeit „mit vielen kleinen Kindern auf einmal“ wird für sie denn auch eine der größten Herausforderungen sein. Neben vielen anderen, wie beispielsweise, dass die Wäsche von Hand gewaschen werden muss. „Das habe ich noch nie gemacht, will ich aber zuhause noch probieren, damit ich mich nicht ganz ungeschickt anstelle“, sagt sie.

Am 13. September wird Anne Habermeier nach Afrika aufbrechen. Um sich in dem fremden Kulturkreis zurechtzufinden, absolvierte sie in den vergangenen Wochen mehrere Vorbereitungsseminare, in denen Themen wie Sicherheit und Gesundheit behandelt wurden. Auch eine Packliste bekam sie überreicht. Was da draufsteht? „Auf jeden Fall Insektenspray und ein Jahresvorrat an Sonnenschutzmilch.“

Von dem neunmonatigen Auslandsaufenthalt verspricht sich Anne Habermeier auch, dass es sie persönlich voranbringt. „Ich hoffe, dass ich eine der afrikanischen Sprachen lerne“, sagt die junge Frau, die nach ihrer Rückkehr im Sommer nächsten Jahres ein Studium in Richtung Sprachwissenschaften beginnen will.

Ein Viertel der Gesamtkosten muss sie selbst tragen. Um das Geld aufbringen zu können, will Anne Habermeier vor ihrer Abreise noch einen Flohmarkt veranstalten und einen Kuchenverkauf organisieren. „Außerdem unterstützen mich Familie, Verwandte und Freunde.“

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