Der Untermühlbachhof in Peterzell rückt wieder einmal ins Scheinwerferlicht der Fernsehkameras. Der Südwestrundfunk (SWR) begleitet den Hof und seine Bewohner ein ganzes Jahr lang mit der Kamera, um die Entwicklung auf einem Bauernhof zu dokumentieren.

"Land-Liebe-Luft" heißt die Bauernhofserie des SWR, mit der der Sender den kompletten Jahresverlauf auf dem Hof dokumentiert. Weshalb der Sender den Untermühlbachhof ausgesucht hat, erklärt Hans-Hartwig Lützow, dienstältester Bauer des als Betriebsgemeinschaft geführten Untermühlbachhofs, der seit 2010 im Besitz der Stiftung Aktion Kulturland ist. "Für die Serie sucht der SWR Bauernhöfe, die etwas anders machen. Für die Redaktion war, neben unserer biologisch-dynamischen Landwirtschaft wohl reizvoll, dass unser Betrieb aus zwei Bauernhöfen besteht, die nicht unmittelbar nebeneinander liegen." Neben dem Untermühlbachhof gehört der 50 Kilometer entfernte Mathislehof in Hinterzarten zur Betriebsgemeinschaft, die als GbR geführt wird. Während dort die Rindfleischproduktion einer der Schwerpunkte ist, stehen auf dem Untermühlbachhof die Milch- und Käseproduktion, Schweinefleischerzeugung sowie Getreideanbau mit Dinkel und Emmer im Mittelpunkt. Einer der Schwerpunkte der Reportage wird die Übernahme des Mathislehofs durch den ältesten Sohn Adrian und dessen Freundin Sarah sein.

Kameramann Philip Flaemig findet immer neue, spannende Perspektiven, um das Leben von Albert Hahn und seiner Frau Hannah Baginski einzufangen. .Bild: Roland Sprich
Kameramann Philip Flaemig findet immer neue, spannende Perspektiven, um das Leben von Albert Hahn und seiner Frau Hannah Baginski einzufangen. .Bild: Roland Sprich

Was Hans-Hartwig Lützow an dem Format besonders reizte, war die Tatsache, dass er seine eigenen Ideen in die Reportage einfließen lassen kann. So möchte er neben der Idylle und dem Nestgefühl auch die "Schmerzen" zeigen, die die besondere Betriebsform mit sich bringt. Als Betriebsgemeinschaft werden Arbeit und Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Das hat einerseits den Vorteil, dass die Hofbetreiber nicht rund um die Uhr im Dienst sind, sondern die Freiheit von freien Wochenenden und Urlaub genießen können. Im Gegenzug erfordern alle Entscheidungen, die den landwirtschaftlichen Betrieb betreffen, die Zustimmung aller Beteiligten. "Wir sind fünf gleichberechtigte Landwirte, und wir müssen immer einen Konsens finden", sagt er. So finden regelmäßig Zusammenkünfte statt, bei denen intensiv und lang diskutiert wird.

Den Vorteil der Lastenverteilung hat Hans-Hartwig Lützow schon selbst erfahren dürfen. Vor acht Jahren erlitt er einen Burnout und konnte sich für vier Monate komplett aus dem Alltagsgeschäft der Hofarbeit zurücknehmen.

Und bloß nicht in die Kamera schauen. Gar nicht so einfach, vor der Kamera so zu tun, als wäre keine Kamera da, finden die Kinder Amos und Wanja, während sie mit Mama Hannah und Papa Albert das Häuschen bemalen und Kameramann Philip Flaemig die Szene einfängt. Bild: Roland Sprich
Und bloß nicht in die Kamera schauen. Gar nicht so einfach, vor der Kamera so zu tun, als wäre keine Kamera da, finden die Kinder Amos und Wanja, während sie mit Mama Hannah und Papa Albert das Häuschen bemalen und Kameramann Philip Flaemig die Szene einfängt. Bild: Roland Sprich

13 Drehtage auf unterschiedliche Jahreszeiten verteilt sind für die Reportage angesetzt. Die ersten Drehtage sind bereits im Kasten. Vor wenigen Tagen fing das dreiköpfige Filmteam mit Regisseurin Bettina Wobst, Kameramann Philip Flaemig und Tonassistent Daniel Spieker erneut Szenen ein. Wenngleich die Hauptgeschichte das Leben mehrerer Generationen auf den unterschiedlichen Höfen zeigt, so wird das Drehbuch immer wieder um aktuelle Ereignisse ergänzt. "Wir hatten das Glück, dass grade an den Tagen junge Lämmchen zur Welt gekommen sind", freut sich Regisseurin Bettina Wobst über die Bilder, die Kameramann Philip Flaemig von den Tieren kurz nach der Geburt eingefangen hat.

Dass Film- und Fernsehteams das Leben auf dem Untermühlbachhof filmen, daran sind Hans-Hartwig und Anke Lützow und die Kinder sowie die Familie von Albert Hahn, die vor zwei Jahren in den Betrieb mit eingestiegen sind, längst gewöhnt. Immer wieder ist der idyllisch in dem Peterzeller Seitental gelegene Hof mit seiner Hofkäserei Mittelpunkt von Reportagen oder dient als Kulisse. 2016 drehte die ARD mit "Königin der Nacht" sogar einen kompletten Spielfilm, der zum größten Teil auf dem Untermühlbachhof spielt. Auch bei den "Bergstadtgeschichten", der großen, von Rainer Jörger und SÜDKURIER produzierten Multimediashow war der Untermühlbachhof dabei.

 

Der Hof

Der Untermühlbachhof gehört seit 2010 zur Stiftung Aktion Kulturland. Mit der Zustiftung verzichteten die bisherigen Inhaber, Hans-Hartwig und Anke Lützow, bewusst auf Eigentum. Ein Kulturlandhof erbringt umfassende ökologische, soziale und kulturelle Dienstleistungen zum Wohl der Allgemeinheit. Ein Sendetermin des Beitrags für die Reihe "Land-Liebe-Luft" steht noch nicht fest (spr)

 

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.