Der Obst- und Gartenbauverein St. Georgen führt im jährlichen Wechsel den Blumenwettbewerb und den Tag der offenen Gartentür durch. Und für seine Mitglieder bietet er in der monatlichen Gartenecke aktuelle und interessante Vorträge und Kurse. Zum Jahresauftakt konnte die Vorsitzende Hilde Neininger viele Vereinskollegen zum Kneipp-Referat von Heilpraktikerin Birgitt Merkel begrüßen.

Vor einigen Jahren noch als verstaubt belächelt, erlebt die Heilmethodik von Pfarrer Sebastian Kneipp derzeit eine Renaissance und die Vorsitzende des Kneippvereins Villingen- Königsfeld informierte umfangreich über Methodik, Technik und die Lebensordnung des heilkundigen Geistlichen. Lange bevor Begriffe wie Anti-Aging und Work-Life-Balance kreiert waren, behandelte Kneipp ab etwas 1870 im bayrischen Wörishofen mit mehr als nur mit Wasser. Er forderte in seiner Therapie eine Lebensordnung, eine Balance zwischen Arbeit und Ruhe und einen strukturierten Tagesablauf.

Mit Wasser, Kräutern, Ernährung und Bewegung nannte Birgitt Merkel die weiteren vier Säulen. Nach einer kurzen, theoretischen Einführung über die Wirkungsweise, zeigte die Referentin die ganze Fülle der Kneippschen Anwendungen. Das Wasser in seinen unterschiedlichen Aggregatszuständen spielt dennoch bei Waschungen, Güssen, Kompressen und Wickeln, bei Bädern und Inhalationen und natürlich beim bekannten Wassertreten die zentrale Rolle. Als entscheidend für die Wirkung der einzelnen Behandlungsformen bezeichnete sie die konsequente Anwendung und die korrekte Einhaltung der Kneippschen Grundsätze.

Der ganze Körper und besonders das behandelte Körperteil, erläuterte sie mehrfach, müssen vor und nach der Behandlung warm gehalten werden, außerdem riet sie zu einer Ruhephase. „Die Wasseranwendungen unterstützen den Regulationsmechanismus unseres Körpers“, erklärte Birgitt Merkel die Faszination der Heilmethode Kneipps. Unterarmbäder, das war ihr ganz spezieller Tipp für ihr Gartenpublikum. Nach einem anstrengenden Gartentag belebe dieses Bad die Lebensgeister. Deutlich zeigte sie aber auch die Grenzen der Kneippkuren auf und warnte vor unsachgemäßen Anwendungen.

Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereines verfolgten die Ausführungen mit großem Interesse. Sie nutzten die Gelegenheit, ihren Wissensstand über Kneipptherapien aufzubessern und sie fragten gleich mehrfach konkret über Wassertemperaturen und die Anwendungsintensität nach. Für den Vorstand war das Interesse ein sichtbares Zeichen, dass sie mit ihrer Themenauswahl genau richtig lag.