Über 20 Mädchen wuseln durch die Turnhalle des Turnvereins St. Georgen. Sie schlagen Räder, probieren Handstände und versuchen sich am Reck. Mitten drin steht Elke Rapp, die Jugendtrainerin des TV. An diesem Nachmittag hat sie Glück und wird von zwei jungen Helfern dabei unterstützt, die Gruppe zu betreuen und den Jungturnern etwas beizubringen. Doch das ist ein Bild mit Seltenheitswert. "Wir suchen dringend Helfer für unsere Turnstunden", sagt Rapp. Allzu oft sieht sie sich sonst mit den Kindern und Jugendlichen allein in der Halle stehen.

"Eigentlich keinen" Helfer, mit dem sie fest planen kann, hat Rapp nach eigenen Angaben derzeit. Eine 18-Jährige, die derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim Turnverein absolviert, ist deswegen Rapps einzige Unterstützung. Doch auch die junge Frau ist häufiger bei Fortbildungen und ähnlichem, womit Rapp wieder alleine da steht. Dass das bei größeren Gruppen nicht ideal ist, liegt auf der Hand: "Mit mehreren Helfern kann man einfach mehr Kindern gleichzeitig trainieren", so Rapp. Also, logisch: Wenn zwei Betreuer Hilfestellung geben, können immer zwei Kinder an den entsprechenden Geräten trainieren, sonst halt nur eines. Bis jetzt hatte Rapp immer Unterstützung von jugendlichen Helfern. "Aber jetzt, wenn das neue Schuljahr beginnt, haben die halt wieder andere Stundenpläne oder müssen generell mehr lernen – da fehlt dann die Zeit."

Im Idealfall wünscht sich Rapp Helfer, die selbst Eltern sind. Dabei betont sie, dass man für das Ehrenamt bei Leibe kein Olympia-Turner sein muss, viel wichtiger ist ihr, dass man zuverlässig ist. "Es hilft zwar, wenn man zumindest als Kind schon einmal geturnt hat, aber alles weitere kann ich beibringen", ergänzt Rapp. Vorturnen müsse ohnehin keiner der Helfer, es geht vor allem darum, die Kinder zu beaufsichtigen und Hilfestellungen zu geben.

Den Zeitaufwand für die Helfer schätzt Rapp sehr überschaubar ein. Vor allem bei der Mittwochsgruppe der Erstklässler um 15.30 Uhr sucht sie Helfer, eine Stunde geht das Programm. Anderthalb Stunden sind es bei der Freitagsgruppe um 16 Uhr. Viel mehr Zeit benötigen Helfer nicht: "Es ist bei uns nicht wie bei Handballern oder Fußballern mit Spielen am Wochenende, wir fahren zweimal im Jahr auf Wettkämpfe, mehr nicht", so Rapp, dazu käme vielleicht mal ein Aktionstag. Alle Arbeit ist ehrenamtlich, eine kleine Aufwandsentschädigung gibt es.

Helfer werden

Am liebsten ist es Elke Rapp, die beim Turnverein für das Kinder- und Jugendtraining zuständig ist, wenn sich mögliche Helfer direkt mit ihr telefonisch in Verbindung setzen. Möglich ist das unter der Telefonnummer 0 77 24/14 03. Dabei reicht es schon, wenn man bei einem Training in der Woche mithelfen kann. (dod)