Die Nachricht erfüllt viele St. Georgener Bürger mit Trauer und Bestürzung; der frühere Stadtbaumeister der Stadt St Georgen, Bodo Graf, ist tot. Er starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 78 Jahren nach schwerer Krankheit.

Bodo Graf war von 1988 bis 2005 Stadtbaumeister von St. Georgen. Während dieser fast 17-jährigen Amtszeit setzte der gebürtige Berliner zahlreiche Bauprojekte um und trieb die Stadtentwicklung maßgeblich mit voran. Zu den bedeutendsten Projekten, die während seiner Amtszeit umgesetzt wurden, zählten unter anderem das Gewerbegebiet Hagenmoos, der Bau des Kindergartens Schatzinsel, die Erweiterung des Bildungszentrums mit Brandschutz, Erweiterung des Kindergartens Weidenbächle und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Darüber hinaus wurden unter seiner Amtszeit verschiedene Wohngebiete auf den Weg gebracht, so etwa das Wohngebiet Robert-Koch-Straße, Im Kloster in Brigach, Sandgrube und Musikhäusle. Eine der letzten großen Maßnahmen, an denen Bodo Graf maßgeblich mitgewirkt hat, war die Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks an der Industriestraße im Jahr 2003.

Vielen St. Georgener Bürgern war Bodo Graf aber nicht nur als Stadtbaumeister bekannt. Von 1993 bis 2012, mit einer Unterbrechung von vier Jahren, war er Vorsitzender des Fußballvereins FV/DJK. 1995 war er, zusammen mit dem bereits verstorbenen Klaus Ganter, Wegbereiter für die Fusion der beiden Vereine. Auch hatte er großen Anteil am Schuldenabbau des Vereins durch den Bau der Vereinsgaststätte und unterstützte den Neubau des Umkleidehauses im Roßbergstadion 2011. 2002 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des FV/DJK ernannt. Bodo Graf war auch mehr als vier Jahrzehnte Mitglied der Orts-SPD.

Für seine ehrenamtlichen Verdienste innerhalb des Fußballvereins wurde Bodo Graf 2007 mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Der damalige Bürgermeister Wolfgang Schergel charakterisierte Graf, der sich nie in den Vordergrund drängte, mit den Worten, "Sie sind ein Mann, der tut, was er sagt und nicht sagt, was man tun sollte."

Bereits während seines Berufslebens, besonders intensiv aber seit seinem Ruhestand, engagierte sich der Ingenieur Bodo Graf für verschiedene Hilfsprojekte in Afrika. Seit er den schwarzen Kontinent 1957 zum ersten Mal besucht hat, war er fasziniert von dessen Vielfältigkeit und Kultur. Er sah aber auch die Armut und war später Mitbegründer eines privaten Vereins, der sich zunächst mit Kinderpatenschaften und später, in den 1990er Jahren, mit ganzen Bauprojekten im Senegal, Tansania und Namibia wie dem Bau von Brunnen, Schulen und Krankenhäusern befasste, an deren Planung und Mitgestaltung Graf beteiligt war. Dafür bekam er 2007 auch die Ehrenbürger-Urkunde der senegalesischen Stadt Joal-Faditouh überreicht.