Ein rot-schwarz-karierter Teppich, ein Bett mit Lederpolstern, die von Herzen mit Hirschgeweihen verziert werden, und der Blick in Richtung Schwarzwald durch das Fenster. Die Wände sind weiß gestrichen und ein dunkelgrüner Stuhl lädt zum Sitzen ein.

Modernen Schwarzwaldstil nennt Dietmar Will, Inhaber des Hotel Kammerer, die neue Inneneinrichtung. Ab Anfang Mai werden alle 22 Zimmer des Hotels neu sein: "Die alten Zimmer sind immer noch charmant, aber der Wandel ist auch hier angekommen", sagt Will.

Das alte Hotel wird neu gemacht

Erst im Februar 2017 hat Will gemeinsam mit seiner Frau das Hotel Kammerer übernommen. Das erste eigene Hotel für die Familie. Schnell stand für die Familie fest, dass renoviert werden soll. Neben den Zimmern werden auch die Flure neu gemacht.

Alle 22 Zimmer des Hotels werden renoviert. Einige sind bereits bezugsbereit.
Alle 22 Zimmer des Hotels werden renoviert. Einige sind bereits bezugsbereit. | Bild: Wiebke Wetschera

Alle Pläne konnten aber nicht umgesetzt werden. "Man stößt am Umbau an seine Grenzen", sagt Will. Denn das Haus ist bereits einige Jahre in Betrieb: Das damalige Hotel Kammerer öffnete im Besitz der gleichnamigen Familie erstmals 1972 die Türen. Der Name des Hotels blieb auch mit dem Wechsel erhalten, im Innern der Zimmer wird bald nichts mehr an das alte Hotel erinnern.

Umbau der Zimmer seit Februar

Das war eine bewusste Entscheidung der Inhaber: "Manche machen die Teppiche neu und stellen dann alte Möbel darauf", so Will, "aber wie sieht das denn aus?" Aus dem Plan, nur einige Zimmer neu zu machen, wurde daher schnell die Idee der Rundumsanierung. Insgesamt 350 000 Euro investiere die Familie dafür. "Als klassisches Familienunternehmen ist das viel Geld", sagt Will.

Schreiner Bernd Wack verschraubt das Bett in einem der Zimmer. Bis alle Räume fertig sind, haben die Handwerker noch gut zu tun.
Schreiner Bernd Wack verschraubt das Bett in einem der Zimmer. Bis alle Räume fertig sind, haben die Handwerker noch gut zu tun. | Bild: Wiebke Wetschera

Im Februar haben die Bauarbeiten begonnen. Heute Abend sollen bereits alle Zimmer auf der ersten und zweiten Etage fertig sind. Deshalb sind die Handwerker derzeit noch am Arbeiten – es werden neue Betten geliefert, verschraubt und eingebaut.

Internetanbindung wichtiger geworden

Die Gäste des Hotels, überwiegend Geschäftsreisende und Touristen, sind meist weltweit unterwegs. "Der deutsche Standard ist okay, aber nichts gegen die Hotels im Nahen Osten", sagt Will. Das habe die Ansprüche der Gäste erhöht, so Will.

Im Hotel Kammerer soll in Zukunft der moderne Schwarzwaldstil vorherrschen: Dafür sollen auch regionale Dekorationen wie Bollenhüte sorgen. Es wurden größere Fernseher gekauft und die Internetanbindung verbessert. "Die Matratzen können noch so gut sein, aber wenn das W-LAN nicht funktioniert, können Sie das Hotel vergessen", sagt Will.

Weitere Renovierungen geplant

Früher seien Zimmer für 30 Jahre gebaut worden, heute hingegen müsse alle zehn Jahre neu renoviert werden, auch um dem Zeitgeist zu entsprechen. Als Nächstes sollen dann das Bistro und der Frühstücksraum erneuert werden. Eigentlich, sagt Will, würde er am liebsten alles neu machen – für sich selbst, aber auch für die Gäste. Die ersten von ihnen wohnen schon in neuen Zimmern.

Die Hotellerie der Bergstadt im Umbruch

Während das Hotel Kammerer seine Zimmer derzeit komplett erneuert, entsteht an der Bahnhofstraße ein weiteres Hotel.

  • Vorhaben Die Unternehmerfamilie Papst hat dort bereits 2016 das Gelände der ehemaligen Fabrik Tobias Bäuerle und Söhne erworben. Das Hotel- und Gastronomievorhaben der Familie wächst gegenwärtig auf sechs Etagen heran: Im ehemaligen Hauptgebäude soll das Hotel "Federwerk" entstehen.
  • Eröffnung: Neben den rund 51 Zimmern auf drei Etagen und Seminarräumen soll es einen Gastronomiebereich mit Restaurant "Feinwerk", Café, Bar und Südterrasse zur Bahnhofstraße. In den beiden oberen Stockwerken werden fünf Loft-Wohnungen verschiedener Größe vermietet. Die Eröffnung ist für September 2018 geplant. Für die Sanierung gibt es Landeszuschüssse und die Unterstützung der Stadt St. Georgen.
  • Pächter: Einen Pächter für den Hotellerie- und Gastronomiebetrieb gibt es noch nicht. Vor der Eröffnung unterstützt die Investoren aber ein Hotelberater bei der Preisgestaltung der Zimmer und beim Marketing.