St. Georgen – Wer wieder einmal seine Lachmuskeln strapazieren will, sollte sich schnell Eintrittskarten besorgen, bevor alle vergriffen sind. Derzeit laufen die Proben der Theatergruppe des Trachtenvereins St. Georgen unter der Regie von Brigitte Weißer auf Hochtouren. Die Laienschauspieler übersetzen den Text vollautomatisch in ihren Schwarzwälder Dialekt und treten so temperamentvoll auf, dass sie immer wieder selber Lachanfälle bekommen.

Regisseurin Brigitte Weißer hat eigentlich wenig zu tun und nur kurze Anweisungen sind nötig, um die geübten Spieler zu korrigieren.

Wieder einmal hat die Theatergruppe ein Stück von Bernd Gombold gewählt. Der schwäbische Bürgermeister im Kreis Sigmaringen schrieb schon als Student die ersten Lustspiele und auch heute noch ist das Verfassen von Schwänken sein liebstes Hobby. Mit der polnischen Wirtschaft ist keineswegs eine Gaststätte gemeint, sondern ein deutsches Unternehmen, das von heimischer Korrektheit weit entfernt ist und zusätzlich noch von einem polnischen Schwarzarbeiter stark inspiriert wird.

„Gute Lügen leben länger“ heißt der Untertitel und weist darauf hin, dass auf der Bühne gelogen und betrogen wird, bis sich die Balken biegen. Das lustige Stück handelt vom Inhaber einer kleinen Autowerkstatt, der Probleme mit der deutschen Gründlichkeit hat und die zahlreichen Auflagen aus Kostengründen umgehen will. Zusätzlich beschäftigt er illegal den Hilfsarbeiter aus Polen, der viele Vorurteile gegenüber dem osteuropäischen Volk bedient. Doch der Erfolgsautor Gombold greift diese Vorurteile auf, um sie zu entlarven, wie sich im Verlauf der Komödie herausstellt.

Das Stück spielt im Wohnzimmer des gutmütigen Ehepaares Manfred und Monika Müller, das auch gleichzeitig als Lager der Autowerkstatt dient und entsprechend unordentlich wirkt. Familienanschluss hat nicht nur der dubiose Untermieter Matthias, der weder Miete für sein Zimmer noch für die Vollpension bezahlt, sondern auch der clevere Schwarzarbeiter Kasimir, der die deutschen Behörden austricksen will.

Immer wieder kommt der dienstbeflissene Beamte Heinrich Haargenau von der Arbeitsagentur vorbei, um dem Autowerkstatt-Besitzer haargenau nachzuweisen, dass er Schwarzarbeiter beschäftigt, was ihm allerdings nie gelingt. Die attraktive Briefträgerin Paula ist unsterblich verliebt in den originellen Kasimir, der allerdings nichts davon bemerkt, weil er inzwischen angeblich als polnischer Autohersteller Karriere macht. Als dann auch noch Kasimirs Tanten Olga und Stanislava aus Polen auftauchen, um ihren Neffen zu besuchen, ist das Chaos auf der Bühne perfekt.

Aber trotz aller Verwirrungen gibt es zum Schluss ein Happy End, das allerdings noch nicht verraten wird. Mit seinem Lieblingsspruch, „Noch ist Polen nicht verloren“, kann Kasimir auf jeden Fall am Ende des Lustspiels triumphieren.

Lustiger Theaterabend

Der Schwank „Polnische Wirtschaft“ ist in der Stadthalle St. Georgen am Samstag, 7. April, um 20 Uhr zu sehen. Saalöffnung mit Bewirtung ist um 19 Uhr. Ab 19.30 und in den Pausen werden die Besucher vom Ensemble Kirnebras unterhalten. Der Eintritt kostet sieben Euro. Karten im Vorverkauf bei der Tourist-Info im Rathaus. (kim)