St. Georgen – Karneval mitten im Sommer? Das geht – zumindest, wenn Tiere Karneval feiern. Als ein weiteres musikalisches Angebot im Jahr des 50-jährigen Bestehens der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen zeigten der Chor der Richard-Dorer-Grundschule Schönwald und ein Streichensemble der Jugendmusikschule den Karneval der Tiere des französischen Komponisten Camille Saint Saëns. Die Zuschauer hatten tierisches Vergnügen mit furchterregend fauchenden Löwen, behäbigen Schildkröten und blubbernden Fischen.

Knapp 30 Kinder brachten den Karneval der Tiere auf die Stadthallenbühne, die sich in eine Arena mitten im Urwald verwandelte. Die Kinder, Verzeihung Tiere, feierten eine große Party, bei der sich jede Tierart präsentieren konnten. Die majestätisch schreitenden Löwen fauchten Angst einflößend und zeigten ihre scharfen Krallen, das Schildkrötenballett drehte sich im Zeitlupentempo im Kreis. Und aufgeweckte Kängurus hüpften auf und ab.

Gespickt waren die Darbietungen mit reichlich Humor. Während der Komponist Camille Saint Saëns, der den Karneval der Tiere bereits 1886 schrieb, das Werk mit kleinen musikalischen Seitenhieben auf große Komponisten wie Jacques Offenbach, Hector Berlioz und Rossini versah, wurde die Aufführung später angepasst. Kein geringerer als der Humorist Loriot schrieb einen Text voller Humor und gewürzt mit einer Prise Ironie, der die einst rein musikalische Aufführung zu einem theatralischen Erlebnis werden lässt. Vorgetragen wurden die Texte, die teilweise von Marion Bachmann, die die Gesamtleitung der Aufführung hatte, ergänzt und angepasst wurden, von Erzählerinnen, die die jeweiligen Tiere und deren Darbietungen ankündigten. Und hier fehlte nebst einem ganzen Aquarium voller Fische, die ihre Sauerstoffblasen in Form von Seifenblasen ins Publikum pusteten, selbst fossile Arten nicht, deren Auftritt "vorzugsweise von älteren Zuschauern wie Nashörnern und Schildkröten mit großem Beifall belohnt wurde", wie es im Loriot'schen Text heißt. Am Ende betrat der stolze Schwan das Parkett und zeigte seine anmutige Ballettnummer.

Dabei zeigte sich, dass auch unter Tieren durchaus menschliche Eigenschaften zu finden sind. Es wurde getuschelt, das zerfledderte Federkleid des melancholischen Kuckucks kommentiert und unter anderem der Versuch der Elefanten, sich möglichst anmutig im Kreis zu drehen, durch das Kichern eines vorwitzigen Marienkäferchens hinter vorgehaltener Hand zunichte gemacht.

Musikalisch wurde die Aufführung durch ein Streichensemble der Jugendmusikschule unter der Leitung von Daniel und Florian Bachmann begleitet.