Nach mehrjährigen Dreharbeiten hat der St. Georgener Steffen Hacker seinen Spielfilm „Ingenium“ fertiggestellt. In diesem Jahr soll der Film auf internationalen Filmfestspielen gezeigt werden. Auch eine Vorführung in St. Georgen, wo Teile des Films gedreht wurden, ist geplant.

Normalerweise ist Steffen Hacker Spezialist für Special Effekts in Werbespots. Um dafür die richtigen Kulissen zu finden, reist der St. Georgener um die ganze Welt: Dubai, Saudi Arabien, USA. Für seinen ersten Spielfilm reiste Hacker unter anderem nach Thailand, Berlin – und St. Georgen. Normalerweise dauern die Dreharbeiten für einen 90-minütigen Spielfilm rund eineinhalb Monate. Steffen Hacker brauchte fünf Jahre. Der Grund; die Dreharbeiten fanden nur zwei Mal im Jahr für jeweils wenige Tage statt, wenn Steffen Hacker Urlaub hatte, etwa an Weihnachten und an Ostern. „Und von den fünf Jahren war ein ganzes Jahr nur Nachbearbeitung“, erklärt er im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Denn eigentlich wollte Hacker seinen Film ohne Spezialeffekte machen. „Aber dann habe ich gemerkt, dass ich ohne Special Effects nicht auskomme.“

Die lange Produktionszeit brachte auch einige Herausforderungen mit sich. So musste Hacker nicht nur eine Szene, die er bereits 2013 in Thailand gedreht hat, vor Green Screen noch einmal nachdrehen. Auch hat er die Handlung zweimal umgeschrieben und neue Charaktere eingebaut.

Was auf alle Fälle im fertigen Schnitt dringeblieben ist, sind die Szenen, die das Filmteam im Frühjahr 2015 im alten St. Georgener Krankenhaus und mit St. Georgener Komparsen gedreht hat. Allerdings musste Steffen Hacker auch dort tricksen. „Bei den Aufnahmen, wie Hauptdarstellerin Esther Maaß, die ja auch im Funkenflug gespielt hat, verfolgt von einer Meute Pflegern durch die Gänge rennt, hat man am Ende des Ganges immer den Schwarzwald durch die Fenster gesehen.“ Da der Handlungsort aber eine psychiatrische Klinik in Berlin ist, musste hier eine andere Kulisse vor die Fenster montiert werden.

Steffen Hacker und Esther Maaß mit thailändischen Kollegen während der Dreharbeiten zum Thriller "Ingenium" in Thailand. Bild: Steffen Hacker
Steffen Hacker und Esther Maaß mit thailändischen Kollegen während der Dreharbeiten zum Thriller "Ingenium" in Thailand. Bild: Steffen Hacker

Derzeit hat Steffen Hacker seinen Film „Ingenium“ bei zwei Dutzend internationalen Filmfestivals angemeldet. „Die ersten haben sich bereits gemeldet und werden den Film zeigen“, freut sich der Regisseur. So wird der Thriller auf alle Fälle in einigen Wochen bei einem kleinen Festival in Amsterdam gezeigt werden. Auch bei einem Festival am Matterhorn in der Schweiz wird der Thriller gezeigt. Irgendwann, so verspricht Steffen Hacker, will er „Ingenium“ auch in St. Georgen zeigen: „Aber da müssen wir erst die offizielle Deutschlandpremiere abwarten.“

Die Film-Handlung

Die Freundinnen Felicitas und Natascha teilen eine tragische Kindheit, aus der Felicitas bis heute Alpträume geblieben sind und die Natascha in die Irrenanstalt gebracht hat. Als Feli im Urlaub in Bangkok aber plötzlich auf eine junge Thailänderin stößt, beide überfallen werden und Feli danach eine ominöse Nachricht der Unbekannten auf ihrem Handy entdeckt, gerät eine Lawine an Ereignissen ins Rollen, die Feli endgültig an ihrem Verstand zweifeln lassen. Ihr einzige Chance, die Wahrheit zu erfahren, ist ihre alte Freundin Natascha – aber was vor beiden Frauen im Dunkeln liegt, ist weitaus größer, als Feli es sich jemals hätte träumen lassen.