St. Georgen – Einst stand er auf dieser Bühne am Anfang seiner Karriere und machte seine ersten kabarettistisch-satirischen Gehversuche. Sieben Jahre später kehrte Stefan Waghubinger als vielfach überhäufter Träger von Kabarettpreisen ins Theater im Deutschen Haus zurück. Und begeisterte sein Publikum mit subtilem Humor, der manchmal erst auf den zweiten Blick erkennbar war.

Lautes Gelächter im Publikum

Manche Erkenntnis kommt einfach zu spät. Etwa die, dass jetzt die schönen Tage hätten kommen können. So sinniert Stefan Waghubinger auf dem Dachboden seines Elternhauses, wo er, vor den Scherben seiner Ehe, die Vergangenheit Revue passieren lässt. Mit der ihm eigenen Behäbigkeit, die sich allerdings lediglich auf die Formulierung seiner Worte, nicht jedoch seine Gedankengänge bezieht.

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Diese sind blitzschnell und blitzgescheit dazu. Wenngleich diese auch immer wieder in ungeahnte Untiefen abzutauchen scheinen. Um im nächsten Moment wie ein neuer Stern am Firmament aufzugehen. So habe er sich vorgenommen, nicht schlecht über seine Frau zu reden. „Aber wer denn sonst“, schiebt er die Pointe nach einer Kunstpause effektvoll hinterher, dass das Publikum völlig überrumpelt in lautstarkes Gelächter ausbricht.

Feines Gespür fürs Timing

Stefan Waghubinger versteht es, mit seinen Geschichtchen Spannung aufzubauen, die urplötzlich in sich zusammenfallen wie ein Soufflé, das zu früh aus dem Ofen geholt wird. Etwa wenn er fast schon beschwörerisch verrät, dass er Ereignisse vorhersehen kann. „Ich weiß oft schon vorher, was passiert. Und dann kommt es doch ganz anders“, ist so ein typischer Satz.

Stefan Waghubinger sinniert im Theater geistreich über die Vergangenheit. Seine ironschen, bisweilen sarkastischen und auf jeden Fall geistreichen Wortwitze kommen beim Publikum gut an.
Stefan Waghubinger sinniert im Theater geistreich über die Vergangenheit. Seine ironschen, bisweilen sarkastischen und auf jeden Fall geistreichen Wortwitze kommen beim Publikum gut an. | Bild: Sprich, Roland

Stefan Waghubinger macht kein politisches Kabarett. Dennoch hat auch er eine Meinung zu politischen Ereignissen. Stichwort Flüchtlinge. „Wenn alle in meine Richtung laufen, weicht man halt aus – die einen nach links, die anderen nach rechts“, kommentiert er die aktuellen Geschehnisse.

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Der österreichische Künstler unternimmt in seinem dritten Soloprogramm eine Gratwanderung zwischen hochgeistigen Ergüssen und banal scheinenden Äußerungen. So würde ihm nie einfallen, „Witze über Minderheiten wie dicke Kinder zu machen.“ Gleichwohl könne man heute getrost Witze über dicke Kinder machen, „weil, das sind ja keine Minderheiten mehr.“ Solche Sätze fordern den Intellekt der Zuhörer.

Man kann von Stefan Waghubinger aber auch lernen. So verschenke er zu Geburtstagen gerne Gutscheine für Bungee Jumping. „Das ist kostengünstig, weil die meisten werden ja nie eingelöst.“