Rund 120 ehemalige Mitarbeiter der Firma Gebrüder Staiger Uhren haben sich an ihrer früheren Wirkungsstätte getroffen. Dort ist heute das Technikmuseum Forum am Bahnhof (FAB) untergebracht. Die Seniorchefin Gertrud Staiger persönlich lud die Beschäftigten zu dem großen Wiedersehen ein.

Wo einst die Spritzerei der Uhrenfabrik Staiger war, nämlich im heutigen Veranstaltungssaal des Forums am Bahnhof, treffen sich 120 ehemalige Mitarbeiter auf Einladung von Seniorchefin Gertrud Staiger, um sich an vergangene Zeiten zu erinnern.
Wo einst die Spritzerei der Uhrenfabrik Staiger war, nämlich im heutigen Veranstaltungssaal des Forums am Bahnhof, treffen sich 120 ehemalige Mitarbeiter auf Einladung von Seniorchefin Gertrud Staiger, um sich an vergangene Zeiten zu erinnern. | Bild: Sprich, Roland

Dass es nicht mehr waren als 120 Personen, die sich zur Feier versammelten, lag vor allem daran, dass die Adressen mühsam ausfindig gemacht werden mussten, wie eine Organisationshelferin sagte. Das Zusammentreffen im FAB hatte etwas von einer Familienfeier. Wie eine große Familie, so beschrieben die ehemaligen Mitarbeiter auch das Betriebsklima, das in der Firma einst herrschte. „Es war eine familiäre Atmosphäre. Das hat man immer und überall gespürt. Es war eine tolle Zeit“, erinnert sich Georg Auber aus Hardt zurück.

Bei Kaffee und Kuchen hatten die Frauen und Männer ausreichend Gelegenheit, über alte Zeiten zu plaudern. „Weißt du noch, damals, als...“ – so begannen viele der Gespräche in gelöster Atmosphäre. Mittendrin die Seniorchefin, die mit ihren 96 Jahren große Freude daran hatte, viele der ehemaligen Mitarbeiter wiederzusehen. Wenngleich sie sich bescheiden im Hintergrund hielt und keine großen Reden schwingen, geschweige denn im Mittelpunkt stehen wollte.

Dort, wo einst die Spritzerei der Firma war, ist heute der große Veranstaltungssaal des FAB. Beim anschließenden Rundgang konnten die Ehemaligen erkunden, was aus ihrem Arbeitsplatz von damals geworden ist. Leicht war es nicht, sich in der zum Ausstellungsraum für eine Vielzahl von Oldtimern umgestalteten Fabrikhalle noch präzise zu erinnern. „Da war doch das Lager. Oder doch der Versand?“, standen die Mitarbeiter oftmals vor einem Rätsel. In den ehemaligen Büroräumen der oberen Stockwerken, wo heute eine Kunstausstellung und eine Modellbahnausstellung zu sehen sind, war die Orientierung leichter.

Viel Aufmerksamkeit widmeten die Frauen und Männer der Ausstellung der Firma Staiger Uhren. Neben vielen Schautafeln, die anlässlich einer Sonderausstellung „...dass des alles weg isch“ erstellt wurden, auf denen viele Beschäftigte zu Wort kommen, sind auch die zahlreiche Exemplare ausgestellt, mit denen Staiger Uhren einst Welterfolge feierte. Darunter auch die erste Quarzuhr, die Anfang der 1970er Jahre die Montage verließ. „Diese Uhr habe ich gebaut“, sagt Leonhard Klausmann und zeigt auf eine Pendeluhr.

So viel Freude über die Einladung und das Wiedersehen mit vielen ehemaligen Arbeitskollegen herrschte, es schwang auch Wehmut mit über das traurige Ende der Firma Staiger, die im Jahr 2000 nach über 100-jähriger Firmengeschichte Insolvenz anmelden musste. Mit dem Aus für das Unternehmen ging auch eine große Ära St. Georgener Unternehmenstradition zu Ende ging.