Sie sollen die Umwelt entlasten, sind auf St. Georgens Straßen aber immer noch eine Seltenheit: Elektroautos. Gerade einmal 14 strombetriebene Fahrzeuge sind in der Bergstadt aktuell zugelassen, wie das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis auf Anfrage mitteilt. Im gesamten Landkreis sind es 268 – die Zahlen sind also überschaubar. Deshalb will die St. Georgener Stadtverwaltung nun mit gutem Beispiel vorangehen: Ab Mitte März gehört ein Renault Zoe zur städtischen Flotte.

Das könnte Sie auch interessieren

Wall Box wird in der Tiefgarage installiert

Der kleine Elektroflitzer hat eine Reichweite von bis zu 316 Kilometern, die abhängig von Faktoren wie Fahrweise, Geschwindigkeit, Topografie, Zuladung und Außentemperatur varriiert. "Das ist eine Reichweite, mit der wir gut klarkommen, da das Auto ohnehin meist für kurze innerstädtische Strecken genutzt wird", erklärt Stadtkämmerer Stephan Fix.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Wagen werde wahrscheinlich größtenteils von den Mitarbeitern des Bauamtes gefahren, stehe aber grundsätzlich allen städtischen Mitarbeitern zur Verfügung, erklärt Fix. Mit einer Ausnahme: "Der Bürgermeister hat ein eigenes Fahrzeug." Zusätzlich werde eine sogenannte Wall Box in der in der Tiefgarage installiert. Diese funktioniere wie eine Steckdose, über die die Autobatterie aufgetankt werden könne, sagt der Kämmerer.

E-Auto kostet die Stadt 250 Euro im Monat

Dass die Stadt gerade jetzt das erste Elektroauto anschafft, hat ganz praktische Gründe. "Derzeit gibt es vier städtische Autos, von denen ohnehin eins ersetzt werden muss", sagt Stephan Fix. Daraufhin habe man sich umgeschaut und Angebote eingeholt, bevor man sich schließlich dafür entschied, den Renault Zoe zu leasen.

Das könnte Sie auch interessieren

"Das Leasing kostet die Stadt 250 Euro im Monat, das ist ein wirklich gutes Angebot", freut sich der Kämmerer. "Und diese Lösung hat für uns den Vorteil, dass wir erst einmal testen können, ob das alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen – gerade weil es das erste städtische E-Auto ist."

Ein Argument für den E-Flitzer: die Umwelt

Darüber hinaus sei aber auch der Umweltaspekt ein starkes Argument für die Anschaffung eines strombetriebenen Wagens gewesen. "Wir haben als Stadtverwaltung eine gewisse Vorbildfunktion und der wollen wir natürlich auch gerecht werden", erklärt Stephan Fix. Komplett auf Elektroantrieb umzusatteln, sei in naher Zukunft jedoch nicht geplant. Schließlich müsse man hin und wieder auch längere Strecken, beispielsweise nach Stuttgart oder München, zurücklegen, wofür die Reichweite der E-Autos noch nicht groß genug sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Ladesäule am Rathaus wird am meisten genutzt

Neben einem neuen Elektroauto soll es in der Bergstadt bald auch eine zusätzliche Stromtankstelle geben. Bisher betreibt der Energieversorger EGT in St. Georgen zwei Ladesäulen mit jeweils zwei Ladeplätzen – eine am Rathaus und eine am Technologiezentrum in der Leopoldstraße. "Die Ladesäule am Rathaus ist die, die im Gebiet der EGT am meisten genutzt wird", sagt Lukas Holzer, Leiter der Bereiche Netzplanung, Bau und Betrieb bei dem Energieunternehmen. 122 Ladevorgänge habe es im Jahr 2018 an dieser Säule gegeben. Dafür macht Holzer vor allem die zentrale Lage verantwortlich. "Der Standort direkt am Rathaus ist super", erklärt der Experte, "man kann das Auto laden und die Zeit für einen Arztbesuch oder zum Einkaufen nutzen."

Das könnte Sie auch interessieren

Neue Schnellladesäule geplant

Wem das Laden an den E-Tankstellen am Rathaus und am Technologiezentrum dennoch zu lange dauert, kann aufatmen: Am EGT-Neubau an der Bundesstraße soll es bald eine Schnellladesäule geben. "Damit kann man bereits nach zehn bis 15 Minuten Ladezeit weiterfahren – das ist quasi Kaffeepausenlänge", sagt Lukas Holzer. Sonst dauere ein Ladevorgang eher ein bis zwei Stunden oder noch länger, das hänge vom Fahrzeugtyp und vom Zustand der Batterie ab.

Neben der Stadtverwaltung setzen auch andere St. Georgener Unternehmen bereits auf Elektromobilität. Sowohl das Hausmeisterauto des Technologiezentrums als auch ein Fahrzeug, das eine Arztpraxis für Botendienste benutze, seien strombetrieben, teilt Lukas Holzer mit. Ob künftig auch mehr Privatleute den Schritt vom Sprit zum Strom wagen, bleibt jedoch abzuwarten. Sowohl Lukas Holzer als auch Stephan Fix würden es begrüßen.

Das könnte Sie auch interessieren

Ärger um Ladesäule

Die EGT-Stromtankstelle unterhalb des Rathauses wurde im Juli 2017 eröffnet und sorgte schon kurz darauf für Ärger. Auf den beiden Stellplätzen parkten nahezu permanent Fahrzeuge, die durch Verbrennungsmotoren angetrieben wurden. Deshalb wurde die Stromtankstelle mit einem Verkehrsschild nach Straßenverkehrsordnung versehen. Es zeigt das weiße P auf blauem Grund mit einem Piktogramm, das ein Auto mit einem angehängten Stromkabel zeigt. Seitdem müssen Fahrer, die ihren Wagen dort einfach parken, mit einer Verwarnung rechnen.