Es ist ein Problem, das sich derzeit ständig wiederholt. St. Georgen will Straßen sanieren, kann die geplanten Maßnahmen aber nicht umsetzen, weil sich für die Aufträge keine Baufirmen finden. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates gab es einen solchen Fall erneut. Die Roßberg- und die Karl-Maier-Straße sollten eigentlich in 2019 saniert werden. Jetzt aber ist das Projekt vorerst ins kommende Jahr verschoben worden.

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Viele Sanierungen auf Eis

"Es ist leider keine Firma da, die es machen möchte", sagte Stadtbaumeister Alexander Tröndle in der Sitzung. Nicht zum ersten Mal, dass er den Gemeinderäten ein solches Ausschreibungsergebnis zur Abstimmung vorlegen muss. Und fügt an: "Wir müssen schauen, wie es weitergeht." Erst Mitte März hatten die Verantwortlichen bei der Sanierung der Spittelbergstraße dasselbe Problem. Ähnlich war es im vergangenen Jahr bei dem Plan, den Kühlbrunnenweg zu erneuern. Dort hatte es zwar ein Angebot gegeben, das lag aber zu weit über dem, was finanziell vernünftig gewesen wäre. Aktuell laufen weitere Pläne, auch die Berliner und Sanatoriumstraße in Perterzell sollen saniert werden. Ob sich hierfür eine Baufirma finden lässt, die das Geplante auch umsetzen will, scheint mittlerweile äußerst fraglich.

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Wenig Aussicht auf Besserung

"Ich glaube nicht, dass sich der Markt so schnell beruhigen wird", sagt Alexander Tröndle auf SÜDKURIER-Anfrage. Das einzige, was den Verantwortlichen nun bleibe, sei nach größeren und attraktiveren Maßnahmen zu suchen, die man anstatt der geplanten Arbeiten vorziehen könnte. Derzeit werde diskutiert, ob ersatzweise die Industriestraße erneuert werden könnte. Auch eine Sanierung des kleinen Stücks zwischen dem Hotel Kammerer und der Lorenzkirche sei schon vor Jahren diskutiert worden und könnte wieder in Betracht kommen. Die Umsetzung sei damals, so Tröndle, zu teuer gewesen.

Der Markt sei nicht bei allen Gewerken überhitzt. Problematisch sei die Situation vor allem dann, wenn in engen Straßen auch Leitungen ausgetauscht werden müssen. Sind im Wesentlichen nur Arbeiten an der Straßenoberfläche zu erledigen, das wäre in der Industriestraße der Fall, bestehe eine Chance, auch eine Baufirma zu bekommen. "Dort geht es um eine Hohe Quadratmeterzahl bei gleichzeitig hohem Maschineneinsatz", sagt Tröndle.

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Noch kein Infrastruktur-Problem

Ein ernstes infrastrukturelles Problem sieht der Stadtbaumeister für St. Georgen noch nicht, wenngleich sich aus der Sachlage eines entwickeln könnte, wenn die Situation noch weitere Jahre anhält. Das Leitungsnetz der Stadt sei momentan "einigermaßen zeitgemäß". Genau darauf liege besonderes Augenmerk. Denn wenn es an den Leitungen einen Schaden gibt, breitet sich dieser enorm schnell aus.