Um das Kanalnetz in St. Georgen auf Vordermann zu bringen, sind Investitionen von ungefähr 16,5 Millionen Euro notwendig. Diese Summe teilt sich auf Maßnahmen auf, die voraussichtlich in den nächsten zehn bis 15 Jahren fällig werden. Das hat jetzt der sogenannte Generalentwässerungsplan ergeben, der vom Büro BIT-Ingenieure erstellt wurde. Er hat für die Stadt eine enorme Wichtigkeit, weil auf Grundlage dieses Plans unter anderem sämtliche Bautätigkeiten umgesetzt werden. "Wir haben bisher mehr oder weniger ins Blaue geplant", sagte Stadtbaumeister Alexander Tröndle.

Grundlage für die Berechnungen war eine umfangreiche Untersuchung des Kanalnetzes und der dazugehörigen Sonderbauwerke, etwa der Regenüberlaufbecken. Ergeben hat sich daraus, dass die Hauptsammler in St. Georgen überlastet sind. "Das ist das eigentliche Problem", sagte Thomas Brendt vom Büro BIT-Ingenieure. Zudem sei die Gewässerbelastung deutlich zu hoch.

Die Maßnahmen, die hinter der enormen Investitionssumme stehen, sind dringend erforderlich. "Der Druck der Aufsichtsbehörden ist da", sagte Michael Rieger in der Sitzung des Gemeinderates. Die Stadt muss in Sachen Entwässerung Nachweise erbringen, die sie derzeit nicht erbringen kann. Das gilt beispielsweise für die Einhaltung der sogenannten Entlastungsfracht.

Zur Behebung der Probleme ist angedacht, die Hauptsammler in St. Georgen zu vergrößern. Etwa durch den Umbau von kleinen Regenüberläufen zu größeren Regenüberlaufbecken. Hinzu kommen weitere lokale Aufdimensionierungsmaßnahmen. Insgesamt 56 Maßnahmen sind geplant. Mit diesen lokal begrenzten Eingriffen wird verhindert, dass das eigentliche Kanalnetz, also die Rohre selbst, vergrößert werden müssen. Durch den Bau von Regenüberlaufbecken kann besser gesteuert werden, wie hoch die Belastung des Kanalnetzes und damit auch der Gewässer ist.