Eigentlich ist am gestrigen Freitag die Frist für die Nachbesetzung der Kinderarztpraxis Viktor Mil abgelaufen. Es gab nur einen Weg, um das zu verhindern: Den, dass Mil selbst eine Verlängerung der Bewerbungsphase beantragt. Die Stadt, die sich laut Bürgermeister Michael Rieger auch um eine Ausweitung der Frist einsetzen wollte, war dagegen weitgehend machtlos. "Das ist nicht das Spielfeld der Gemeinde", betonte Kai Sonntag, der Sprecher der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung. Ob Mil diese Option wahrgenommen hat, darüber schweigt sich die KV mit Verweis auf das nicht-öffentliche Verfahren aus.

Sonntag kann verstehen, dass die Stadt sich um den Erhalt des Sitzes bemüht. Denn auch die KV habe "großes Interesse" an einer Fortführung. Diese ist aber nur zeitnah möglich, da im Schwarzwald-Baar-Kreis eine Überversorgung an Kinderärzten herrscht und es aus rechtlichen Gründen nach einem längeren Leerstand der Praxis nicht mehr möglich ist, sie neu zu besetzen. Wenn Mil sich entschlossen haben sollte, die Frist zu verlängern, "dann wird das um mindestens einen Monat sein", umriss Sonntag. Hier könnte dann auch wieder die Stadt ins Spiel kommen und die Fortführung der Praxis bewerben. Direkten Einfluss auf die Besetzung hat sie jedoch nicht.