Mit vielen neuen Gedanken und Ideen kamen in der Nacht auf Samstag die drei Vertreter des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums nach Hause. Sie hatten in Berlin an einer Ideenwerkstatt der Club-of-Rome (CoR)-Schulen teilgenommen. Dabei ging es um gemeinsame Veränderungsprozesse in den Schulen und wie ein Kulturwandel der Schul- und Unterrichtsentwicklung gelingt. Nach der Anreise mit dem Zug am Donnerstag, ein paar Stunden fußläufiger Besichtigung des Regierungsviertels und eines gemeinsamen Abends beschränkte sich die eigentliche Diskussion auf den Freitag bis in den Nachmittag: "Das sei eigentlich wenig Zeit gewesen, so die Einschätzung, des CoR-Beauftragten der Schule, Peter Braun. Während er in einem Lehrergremium diskutierte, komplettierten die aktuelle Club-of-Rome-Schulsprecherin Katharina Flaig und ihr Vorgänger Christian Flaig die Delegation aus dem Schwarzwald. Ihr Bruder hat in diesem Jahr sein Abitur abgelegt.

Tagungsort war das geschichtsträchtige Palais am Festungsgraben. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungsberichte aus den etwa 16 teilnehmenden Schulen. "Da konnten wir erstaunlich häufig Impulse geben", zog Braun eine erfreuliche Bilanz. Wo es bei der erstmals gemeinsam mit Greenpeace veranstalteten Tagung um nachhaltige Elemente in der Bildung ging, konnten die St. Georgener mit ihren gemeinsam mit Partnern umgesetzten Projekten in die Diskusssion befruchten. Das galt für das Projekt "Plant for the Planet", das inzwischen unter Platzmangel leidet, das Projekt "Weltklasse" oder viele kleine Projekte, die in der Bevölkerung noch weitgehend unbekannt sind.

Er selbst konnte allerdings recht wenig an Nachahmenswertem nach St. Georgen mitnehmen, räumte Braun ein. Was in seinem Diskussionszirkel zur Sprache kam, sei eher großstadtbezogen gewesen mit entsprechend wenig Relevanz für Schulen im ländlichen Raum. Dennoch war der Kurztrip nach Berlin auch für den Religionslehrer ein Gewinn. Man sehe die Partner im CoR-Netzwerk wieder, tausche sich im direkten Gespräch aus und erörterte die Möglichkeiten intensiverer Kontakte. Gesprochen wurde darüber, den CoR-Gedanken mittels Schüleraustausche auf eine breitere Basis zu stellen, als das die jährlichen Tagnungen vermögen. Reizvoll wäre dabei ein Kontakt mit einer CoR-Schule in Kiel. Die Idee: Die dortigen Schüler kämen zum Skifahren in den Schwarzwald, die Gäste des TSG würden die Küste kennenlernen. Vielleicht vertiefen sich diese Gedanken Ende Oktober. Dann stattet Eiken Prinz, die rührige Koordinatorin des Club-of-Rome-Netzwerks, dem Thomas-Strittmatter-Gymnnasiums zum ersten Mal einen Besuch ab.

Club-of-Rome-Schulen

Unter dem Motto "global denken, lokal handeln" lernen Schülerinnen und Schüler an Club-of-Rome-Schulen über Grenzen hinweg zu denken, globale Perspektiven einzunehmen und in ihrem lokalen Umfeld aktiv zu werden. Im November 2009 bekam das Thomas-Strittmatter-Gymnasium die Lizenz zur Club-of-Rome-Schule.