Dringenden Handlungsbedarf, um St. Georgen als Einkaufsstadt attraktiver zu machen, sehen die Mitglieder des Handels- und Gewerbevereins (HGV). Bei der Hauptversammlung im Gasthaus Stadt Frankfurt nahmen sich die Mitglieder verschiedene Kritik zu Herzen. Um künftig bei Veranstaltungen mehr Attraktionen bieten zu können, steuern die Händler einen Obolus aus eigener Tasche bei.

HGV-Vorsitzender Eduard Henninger und sein Stellvertreter Guido Eichenlaub bezogen sich unter anderem auf das Ergebnis einer Bürgerbefragung im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts. Danach beurteilen 90 Prozent der Befragten die Stadt als Industriestadt und Technologiestandort. Lediglich 19 Prozent sehen St. Georgen als attraktive Einkaufsstadt. „Das ist eine glatte Note fünf“, sagte Eichenlaub. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. In der Diskussion waren sich die Anwesenden einig, dass jeder einzelne Händler sein vorhandenes Potenzial besser ausschöpfen müsse. Wenn große Lebensmittelmärkte wie Lidl und Norma in St. Georgen in moderne Filialen investieren, müsse es ausreichend Potenzial geben. „Diese Märkte halten die St. Georgener mit davon ab, auswärts einkaufen zu gehen“, so Henninger.

HGV-Beraterin Ariane Wilts sagte, es hänge vom Angebot ab, die Leute zum Einkaufen in der Stadt zu halten und auch die Einpendler, die täglich von außerhalb in die Bergstadt zur Arbeit kommen, zu animieren, an ihrem Arbeitsort einzukaufen.

Das Angebot allein reicht nach Meinung von Eduard Henninger nicht aus. „Das Drumherum muss stimmen“, sagte er. Der Kunde im Handel lege Wert auf Freundlichkeit und die persönliche Ansprache. Hier gelte es, die Läden interessant zu machen.

Kritik gab es auch am gastronomischen Angebot, das insbesondere für die Jugendlichen, nicht ausgewogen genug sei. „Die Frage ist: was wird erwartet. Der St. Georgener geht wenig fort und will für Essen und Trinken kein Geld ausgeben“, analysierte Dietmar Will vom Hotel Kammerer.

Wie der Ausblick zeigt, unternimmt der HGV viele Anstrengungen, um sich zu präsentieren und den Bürgern ein abwechslungsreiches Angebot zu bieten. So gibt es in diesem Jahr, neben langen Einkaufsnächten im Frühjahr und im Herbst, erstmals ein Heugausfest im Herbst. Um hier künftig ein größeres Budget für Marketing und Attraktionen zur Verfügung zu haben, beschlossen die Mitglieder, neben dem Mitgliedsbeitrag eine Sonderumlage von 35 Euro pro Mitglied zu erheben.

Lange Einkaufsabende

Am 23. März, am 22. Juni und am 30. November finden lange Einkaufsabende statt. Die Lange Nacht im Juni wird zudem mit einem Gerwigstraßenfest verbunden. Am 15. September findet das Heugausfest statt mit Autoschau, Wettbewerben und Essen wie zu Großmutters Zeiten. Am 16. September ist der Naturparkmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag.