Beim Abbau von Nahversorgungseinrichtungen ist man auf der Seebauernhöhe Kummer gewohnt. Diese Woche folgte mit der Schließung der SB-Geschäftsstelle der Sparkasse an der Ecke Schwarzwaldstraße/Belchenweg eine Fortsetzung, die Sparkassen-Pressesprecher Gerhard Vetter wirtschaftlich begründet. Demnach sei die Kundenfrequenz bei dieser Geschäftsstelle 2017 weiter deutlich zurückgegangen; besonders stark offenbar im vierten Quartal, nachdem sich die Volksbank aus der gemeinsamen SB-Geschäftsstelle zurückgezogen hatte. Man habe danach die weitere Entwicklung der Kundenfrequenz beobachtet, "die dann leider deutlich negativ war".

In der Bevölkerung findet dieser Rückzug kein Verständnis. Einer, der die Automaten gerne genutzt hat, ist Gemeinderat Joachim Kleiner. "Die Schließung ist sehr schade." Angesichts der wechselhaften Geschichte diverser Lebensmittelläden in dem drei Einheiten umfassenden Geschäftsgebäude sei es zwar nicht verwunderlich gewesen, dass zuletzt ein Bäcker schließen musste. Verwunderlich sei aber, dass eine Automaten-Dienstleistung, die zuletzt auch gebührenfrei Volksbank-Kunden zur Verfügung stand, so schlecht angenommen werde. Kleiner sieht möglicherweise Verkaufsabsichten hinter dem Serviceabbau.

Es gebe Gedankenspiele bezüglich des Verkaufs dieses 1983/84 durch die Sparkasse errichteten Gebäudes, räumte Vetter ein. Vergeblich habe man versucht, für den linken Flügel eine Nachfolge für den zuletzt ansässigen Bäcker zu finden. Auf dem Schaufenster der mittleren Einheit wirbt ein Musiklehrer für seine Dienste, im SB-Bereich der Banken standen zuletzt Kontoauszugsdrucker und Geldautomat. Deren Vorgänger hatten 2000 die Ära der unbemannten Geschäftsstelle eingeläutet. "Wir bleiben in der Nähe" künden rote Plakate die Änderung. Jeweils rund zwei Kilometer sind die SB-Geschäftsstelle Alte Landstraße und die Hauptstelle am Bärenplatz entfernt. Aktuell plane die Sparkasse keine weiteren Schließungen.