Einmal mehr setzte das Sinfonieorchester der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen (JMS) einen musikalischen Höhepunkt an den Jahresanfang. Das Neujahrskonzert gehört stets zu den Veranstaltungen, auf die die Bürger der Bergstadt schon lange vorher warten. Für Bernd Rimprecht, Leiter der JMS, ist dieser Tag ebenfalls ein besonderer Moment. Weiß er doch, dass das Orchester unter der Leitung von Pascal Pons mit Bravour geführt wird.

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Recht furios startet das Neujahrskonzert mit einem minutenlangen Schlagzeugsolo, gespielt von Pascal Pons. Schlagzeug und Rhythmus, beides gehört zusammen. Doch wenn Schlagzeug als Soloinstrument geboten wird, erwartet das Publikum etwas ganz Besonderes. Der griechische Komponist Iannis Xenakis (1922 – 2001) hatte zwischen 1987 bis 1989 die Stücke Rebonds A und B komponiert. Zur Aufführung in St. Georgen kam Rebonds B. Wer auf die Idee kam, die Augen zu schließen, konnte vermuten, dass mehrere Personen am Solospiel beteiligt waren. Pascal Pons entwickelt eine selten zu hörende Dynamik an den Schlaginstrumenten. Die musikalische Figur der Komposition hielt sich hartnäckig an die Vorgabe Xenakis. So wiederholten sich die musikalischen Formen stetig. Dabei wechselte Pons in eine Melodieform, die kurzweiliger nicht sein könnte. Regelrecht harmonisch, mit wechselnden Tempi gespielt, die Lautstärke absenkend und wieder ansteigend, arbeitet sich Pons auf ein virtuoses Finale hin, das mit entsprechendem Applaus gefeiert wurde.

 

Cello in Vollendung bietet Solist Frédéric Audibert beim Neujahrskonzert der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen.
Cello in Vollendung bietet Solist Frédéric Audibert beim Neujahrskonzert der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen. | Bild: Werner Mueller 78112 St.Georgen

Das Cello-Konzert aus der Feder von Edouard Lalo (1823-1892) wurde solistisch begleitet von Frédéric Audibert. Mit der Aufführung kamen alle Celloliebhaber in den vorzüglichen Genuss des meisterhaft dargebotenen Cellos. Immer wieder stand das Orchester mit dem Cello im vertiefenden Gespräch. Ja, es schien, als ob die Instrumente verschmolzen. Und dennoch setzte Audibert mehr als Akzente. Das Instrument und er wurden eins. So wurden die drei Sätze zu einem ultimativen Musikerlebnis, das kraftvoll den Schlussakkord in die Stadthalle strömen ließ.

Einmal mehr stellen die Angehörigen des Sinfonieorchesters St. Georgen – Furtwangen unter Beweis, dass Musik mit hoher Qualität dem Publikum geboten wird. Hier der blick auf die Kontrabässe und ein Cello Bild: Werner Müller
Einmal mehr stellen die Angehörigen des Sinfonieorchesters St. Georgen – Furtwangen unter Beweis, dass Musik mit hoher Qualität dem Publikum geboten wird. Hier der blick auf die Kontrabässe und ein Cello | Bild: Werner Mueller 78112 St.Georgen

Ludwig van Beethoven (1770-1827) schuf mit der "Coriolan Ouvertüre" ein eher selten zu hörendes Werk. Und dennoch setzte sich die Ouvertüre als erstes selbstständige Konzertstück der Musikgeschichte durch. Mit Bravour spielte das Sinfonieorchester und zur Freude wurde das Zwiegespräch zwischen Geigen und Celli.

Mit viel Applaus

Filmmusik, als sinfonisches Werk aufgeführt, hat immer etwas Besonderes an sich. Wenn dabei das Schlagwerk besondere Akzente setzt, erkennt das Publikum die gelungene Umsetzung von "Conquest of Paradise", "The Last Samurai" oder "The Mask of Zorro" und "Harry Potter". Erst mit "Robin Hood" und einer weiteren Zugabe konnten die Sinfoniker von der Bühne gehen.