Wenn am kommenden Freitag auf dem Marktplatz die St. Georgener Schüler für einen konsequenten Klimaschutz demonstrieren, sind auch Celine Wälde, Trinity Roschker und Anna Riege mit dabei. Noch aber arbeiten die drei Schülerinnen im Hintergrund.

Sie bereiten nämlich die „Fridays for Future„-Kundgebung in der Bergstadt vor, mit der auch hier die hauptsächlich jungen Leute auf ihre Forderungen aufmerksam machen wollen. Es wird die zweite Demonstration dieser Art sein, nachdem es im Mai bereits eine gegeben hat.

Wieder außerhalb der Schulstunden

Nun ist es längst nicht so, dass den jugendlichen Demonstrationsteilnehmer überall die Herzen zufliegen. Mitunter sehen sie sich sogar ziemlich groben Anfeindungen gegenüber. In St. Georgen nehmen die Schüler solchen Anwürfen aber bereits im Vorfeld den Wind aus den Segeln. „Schon bei der Demo im Mai hatten wir darauf geachtet, dass sie nicht während den Schulstunden stattgefunden hat“, erklärt Trinity Roschker.

„Das machen wir auch diesmal wieder so, damit die Leute nicht sagen können, wir würden nur demonstrieren, damit wir nicht in die Schule müssen.“ Schon damals stand die zwölfjährige Schülerin vom Thomas-Strittmatter-Gymnasium zusammen mit ihrer gleichaltrigen Mitschülerin Celine Wälde auf der Stadtterrasse und hat demonstriert.

Eine Frage der Aufmerksamkeit

Wie groß am Freitag die Resonanz sein wird, sei aber noch nicht abzuschätzen, wie Wälde sagt. „Es ist am Ende auch nicht entscheidend, wieviele Leute zur Demo kommen, sondern dass man immer wieder Präsenz zeigt, dass das Thema Klimaschutz nicht untergeht.“ Dennoch, so ergänzt ihre Mitschülerin Anna Riege, gingen manche auch nur zu den Kundgebungen, um etwas für ihr Gewissen zu tun. „Kaum sind sie wieder zu Hause, legen sie ihre Füße auf den Tisch und machen nichts mehr.“

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Dabei wäre es gerade da, im Alltag und zu Hause, besonders einfach, mit konkreten Maßnahmen etwas für die Umwelt zu tun. Müll sauber zu trennen, Plastik zu vermeiden und Wege zu Fuß oder per Fahrrad zurückzulegen seien Dinge, die jeder tun könnte, ohne sich einzuschränken, plädieren die drei Schülerinnen. Von drastischen Forderungen wie etwa einem Verbot von Autos in Innenstädten nehmen sie jedoch Abstand. „Vielmehr sollte sich jeder selbst Gedanken machen, welche Fahrten jetzt unbedingt nötig sind.“

Gerade jetzt zur Zeit der Einschulung merken sie das selbst wieder täglich, wenn die Elterntaxis vor den Schulen aufkreuzen. „Ich selbst kenne viele, die gleich weit weg wohnen wie ich und trotzdem jeden Tag gefahren werden, dabei sind die Wege hier echt zu Fuß machbar“, sagt Anna Riege.

Mit dem Bürgermeister in einem Boot

Gerade diese Leute, so betont sie, wollen sie mit dem Protest erreichen. Es gebe immer noch zu viele, denen die Notwendigkeit von Klimaschutz gar nicht bewusst sei. „Diese Menschen wollen wir überzeugen, weil wir einfach Angst haben, dass die Welt unserer Kinder kaum noch bewohnbar sein wird, wenn wir jetzt nichts machen“, erklärt die 13-Jährige.

Bürgermeister Michael Rieger und den Jugendgemeinderat haben sie damit jedenfalls schon ins Boot geholt und unterstützen die für den kommenden März geplante Aktionswoche zur Nachhaltigkeit. Schließlich gehe das Thema alle etwas an, wie Anna Riege sagt. „Die Demo am Freitag ist ebenfalls nicht nur für Schüler, es können auch Eltern und andere Leute kommen, die einfach ein deutliches Zeichen setzen wollen.“

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