Es ist ein Gefühl, das jeder kennt: Ein langgehegter Wunsch geht endlich in Erfüllung. Genau dieses Gefühl, dass sich so toll anfühlen kann, will die Evangelische Altenhilfe St. Georgen künftig vielen ihrer Bewohner bescheren. Die Idee entstand daraus, dass viele Bewohner von Lorenz- und Elisabethhaus Wünsche haben, die im enggetakteten Zeitplan des Heimalltags nicht erfüllt werden können.

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"Wünsche, die man sich selbst nicht erfüllen kann", soll der Name der Aktion künftig sein, so erzählt Alltagsbegleiterin Manuela Borzakoglu. Diese Arbeit, die sich für die Verantwortlichen, so bestätigen sie alle, nicht wie Arbeit anfühlt, erledigen sie ehrenamtlich. Zusätzlich zu ihrer eigentlichen Tätigkeit sind sie unterwegs, um Menschen glücklich zu machen.

Mal wieder nach Freiburg

Glücklich waren neulich Anneliese Hug und Irmgard Timmler. Sie sind Bewohnerinnen des Lorenzhauses und hatten einen gemeinsamen Wunsch: Nach Freiburg fahren. Erfüllt haben ihn Manuela Borzakoglu und Renate Lang. "Wir hatten einen sehr schönen Tag und sind dankbar, dass uns dieser Wunsch erfüllt wurde", sagt Anneliese Hug und ist mit Irmgard Timmler einer Meinung. Sie haben die Innenstadt angeschaut und Bekanntschaft mit dem Kopfsteinpflaster gemacht, das, so die Erkenntnis nach dem Ausflug, für einen Rollstuhl nicht besonders gut geeignet ist. Als junger Mensch, damals noch nicht auf einen Rollstuhl angewiesen, sei ihr das nicht aufgefallen, so Irmgard Timmler.

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Der Wunsch von Anneliese Hug und Irmgard Timmler steht stellvertretend für viele weitere Wünsche, die in Zukunft erfüllt werden sollen. "Die Liste der Wünsche ist lang", sagt Manuela Borzakoglu. Mit dabei war jüngst auch der Wunsch, noch einmal ein Spiel der Schwenninger Wild Wings zu sehen. Der Wunsch entstand, weil eine Bewohnerin früher oft bei den Heimspielen des Vereins war, der Weg ins Stadion mit zunehmendem Alter aber ein sehr weiter geworden ist. Die einzige Bedingung sei, dass der Wunsch auch erfüllbar sein muss. Erfüllbar vor dem Hintergrund, dass der zeitliche und finanzielle Aufwand zu stemmen sein müssen. Mit dabei sind auch Wünsche wie ein Schwimmbad-Ausflug oder ein Theater-Besuch. Zwar steht der Geschäftfsführer Markus Schrieder voll hinter der Idee, eine Refinanzierung lässt das System der Pflege allerdings nicht zu. Aus diesem Grund ist die Altenhilfe in dieser guten Sache auf Spenden angewiesen.

Mitgliederzahl sinkt

Klaus Gunkel, Vorsitzender des Trägervereins der Altenhilfe, sprach darüber, wie schwierig es ist, solche Finanzquellen zu finden. Meist funktioniert das über Spenden aus Unternehmen. Immer wichtiger wird dies, weil die eigentliche Finanzkraft, die durch die Mitgliedsbeiträge zur Verfügung steht, immer weniger wird. "Leider sinkt die Zahl unserer Mitglieder", so berichtet Klaus Gunkel.