Die Enttäuschung vieler Anwohner der Seebauernhöhe ist verständlich, die Betrachtung der Sparkasse aber auch. Das heimische Geldinstitut wird als Nahversorger wahrgenommen und bedient die Rolle auch an vielen Punkten. Gleichwohl ist die Sparkasse dem wirtschaftlichen Erfolg verpflichtet. Niedrigzinsphase und die Anforderungen aus der Digitalisierung stehen diesem entgegen. Das gilt für alle Banken.

Wenn nun die Sparkasse, wie zuvor bereits die Volksbank, auf die weiter bestehenden Geschäftsstellen in der Stadt verweist, trifft das die Bürger unterschiedlich. Es sind nicht die Autofahrer, sondern die mitunter nicht mehr so mobilen Fußgänger, die schon bisher über einen Verlust an Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Quartier klagten. Diese Generation wird sich auch nicht mehr für das Onlinebanking begeistern lassen.

Leider war die Entwicklung abzusehen. Befremdlich wirkt, wie schnell die Sparkasse von der Ende Oktober 2017 getätigten Aussage abrückte, es gebe keine Veränderungen. Es kann sehr schnell gehen: Das erfahren Menschen in ihrem Leben immer öfter. Dazu müssen sich nicht einmal Verkaufsoptionen am Horizont abzeichnen.

jens.wursthorn@suedkurier.de