"Irgendwann tut es einen Schlag, dann kostet es richtig Geld", kommentierte SPD-Stadtrat Hansjörg Staiger den Zustand der Belüftungsbecken im St. Georgener Klärwerk. Gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen und weiteren Mitgliedern des SPD-Ortsvereines machte er sich bei Betriebsleiter Ronald Richter ein Bild über Funktionsweise und Zustand der Kläranlage.

Richter machte die Besucher auf den Sanierungsbedarf der Belüftungsbecken aufmerksam. "Es wird nicht besser", fasste er die Anlage, in der die biologische Reinigung stattfindet, zusammen. Er schätzte die Kosten für die Sanierung vorsichtig auf 600 000 Euro, der Ingenieur hingegen spreche von Neubau. Ronald Richter plädierte dafür, mit einer Kernbohrung den tatsächlichen Zustand der Betonwände analysieren zu lassen, um eine sachliche Grundlage über deren Stabilität zu haben.

Die Klärwerksbesucher erkundigten sich nach Alternativen zum Beton. Es gäbe wohl Edelstahl sowie die Möglichkeit, Innenbecken aus Kunststoff einzubauen, informierte Richter. Aber auch das werde ordentliche Kosten verursachen und es müsste erst abgeklärt werden, ob es in der St. Georgener Anlage funktioniert. Eine Sanierung könnte bei laufendem Betrieb im Sommer stattfinden, beantwortete Ronald Richter weitere Fragen. Dann stünde für die biologische Klärung nur eine Reinigungsstraße zur Verfügung, während an der zweiten gearbeitet werden könnte.

Er zeigte den SPD-Mitgliedern die Schönheitsreparaturen am Verteilerbecken. Es komme wohl billiger, es komplett neu zu machen, so die Einschätzung. Wie es im vier Meter tiefen Verteilerbecken weiter unten aussehe, das wisse man nicht. Zuvor hatte die Besuchergruppe das Hebewerk besichtigt und begutachtete die 40 Jahre alte, frisch ausgebaute zweite Schnecke, die Ronald Richter zu Schauzwecken aufbauen will. Abschließend zeigte Ronald Richter die Klärschlammverwertung, die über das Blockheizkraftwerk ein Drittel des Nachstroms für den Betrieb der Anlage erzeugt.